x
x
Sepp DeppPrämie für Falschangaben zur Geschichte
Groß/klein Ein Suchwort von mindestens 3, höchstens 30 Zeichen
xMobile
x Der Verfasser auf Facebook
x Der Verfasser auf Twitter
Nr.43: Drehmomente

Die Verurteilung von Galilei durch die Kirche 1633

Nominierung

Thema: Katholische Kirche und die Naturwissenschaft: Prozeßfall Galileo Galilei
Quellen:
a) Staatliche Schule Niederkassel (www.kopernikus-gymnasium.de/v5/pages/schueler/copernic/cop134.htm)
b) Staatliche Schule Rheine (www.kopernikus-rheine.de/infos/kopernikus)
c) Landestheater Tübingen (www.landestheater-tuebingen.de/galilei.html)
d) Landestheater Baden-Baden: Brecht (www.theater-baden-baden.de/galilei.html)
Urheber:
a) Kopernikus-Gymnasium 53859 Niederkassel, LK Geschichte 1995/96, Lehrer Georg Langen
b) Kopernikus-Gymnasium 48429 Rheine, zust. Koordinator OStR Hubert Dokters
c) Landestheater Tübingen, Regie: Corinna Bethge, Premiere 19.09.2002
d) Landestheater Baden-Baden, Regie: Michael Bleiziffer, Premiere: 04.12.2003

Aussagen

a1) "Im Jahr 1633 wird der 70 jährige Galilei in Rom angeklagt. Wochenlanger Folter und Verhören folgt sein Abschwur seiner Forschung."
a2) "Den Rest seines Lebens verbringt er fast blind unter strengster Bewachung in Florenz."
a3) "Seine Entdeckungen waren unter anderem das Pendelgesetz ..."
a4) "Die bedeutendste seiner Erfindungen war jedoch das Fernrohr."
b) "Durch das Fernrohr betrachtet, wurde das neue Weltbild einsehbar. Trotzdem war Galilei der Verfolgung der Kirche ausgesetzt und mußte seinen Thesen im Kerker abschwören."
c) "Von der Inquisition zugleich zur Folter geführt, widerrief er seine Lehre"
d) "Angesichts der Folter durch die Inquisition widerrief er:"

Galilei hatte demnach Pendelgesetz und Fernrohr erfunden, entdeckte mit letzterem, daß sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt und wurde deshalb von der kirchlichen Inquisition in den Kerker gesteckt, wo Folter ihn dazu zwang, seine neue Erkenntnis über unser Sonnensystem zu verleugnen.

Tatsachen

xDie Streitfrage
war der Geozentrismus (Sonne und Planeten drehen sich um die Erde / Ptolemäisches System) gegen den Heliozentrismus (Erde und Planeten drehen sich um die Sonne/Kopernikanisches System). Beide Vorstellungen sind ungefähr gleich alt, keine von beiden ist moderner als die andere.x(1) Im Gegenteil ist der Heliozentrismus durch Pythagoras im 5. Jh.v.Chr. älter als der Geozentrismus durch Aristoteles hundert Jahre später. Seit dem europäischen Mittelalter bis zur Zeit Galileis wurde die Astronomie in dieser Frage vor allem von Klerikern der Kirche vorangetrieben. Mehrfach und lange vor Galilei auch im Sinne des Heliozentrismus (Calgagnini, Kopernikus). Einen echten Beweis im naturwissenschaftlichen Sinne für den Heliozentrismus bedeutete dies alles nicht. Auch nicht der Beitrag von Galilei. Der Heliozentrismus wurde erst durch Newton 1686 und Bradley 1728 gültig nachgewiesen. Daß die Sonne gänzlich am Ort ruht, wie damalige Heliozentristen - darunter Galilei - annahmen, hat sich heute als irrig erwiesen.

Astronomie& Bibel
Einige Passagen des Alten Testaments scheinen Aussagen zu treffen über die Astronomie.x(2) Deren christlich-theologische Deutung bis zum 17. Jahrhundert lautete, daß die Erde als Säule des Universums fest am Ort stehe, und sich das Firmament der Sterne um diesen Pfeiler bewege. Daraus wurde eine herausragende Stellung von Mensch und Erde im Schöpfungsplan Gottes abgeleitet. Doch wie etwa bei der angeblichen Vorfahrenliste Jesu erweisen sich naturbeschreibende Bibeltexte als wenig realistisch. Die bei Matthäus, Kap. 1 genannten 42 Vorvätergenerationen Jesu bis hin zum Menschheitsvater Adam reichen gerade über die Pharaonenzeit hinaus, müßten aber mehr als 100.000 Jahre heute bekannter Menschheitsgeschichte überbrücken.
Das Alte Testament als jüdische Religionstradition ist auch für das Christentum wichtig, da es die Erwartungshoffnung auf einen Erlöser wie im Neuen Testament geschildert zeigen soll. Wie diese Schriften auszulegen sind, ist im Falle der katholischen Kirche nicht beliebig, sondern Aufgabe von Theologen. Theologische Themen haben weite Schnittmengen in andere Fachgebiete, und eine Weltanschauung mit widerstreitenden Meinungen oder widersprüchlichen Aussagen wird zurecht kaum ernst genommen; weshalb entsprechende Institutionen sicherstellen, daß ihre geistigen Grundlagen einheitlich definiert sind und bleiben.

x

Häresien
Meint Irrlehren, solche, die abweichen von verbindlich definierten Grundsätzen. Häresien hatte es bis zur Zeit Galileis schon viele gegeben, etwa Ansichten zur Gottesnatur Christi (Arianismus, 4. Jh.) oder zur Menschheit Christi (Monophysitismus, 5. Jh.). Die Diskussionen um diese Fragen hatten geholfen, das Konzept der Religion zu vertiefen. Zuletzt war dies allerdings auch ein Streit um die Autorität der Kirche geworden (John Wiklif, 14. Jh., Hussiten, 15. Jh, Lutheraner, 16. Jh.).x(3) Wer wie Galilei also im 17. Jh., während der Wirren des Konfessionsstreits, Widerspruch zur theologischen Auslegung der Schrift vortrug, der konnte sich in der Zeit der Gegenreformation nicht darauf berufen, nur Naturwissenschaft zu betreiben. Der Streit um die Konfiguration des Planetensystems und die Autorität von Bibel und Theologie zog sich durch das Pontifikat von drei Päpsten: Camillo Borghese (Paul V. 1605-1621), Alessandro Ludovisi (Gregor XV. 1621-1623) und Maffeo Barberini (Urban VIII. 1623-1644). Papst Johannes Paul II. hatte im Herbst 1992 das Kongregationsurteil gegen Galilei aufgehoben und den 1633 Verurteilten rehabilitiert.
Streit um eine herrschende Ansicht zur Auslegung der Schriften wurde im 17. Jahrhundert von ideologischen Kräften genutzt, denen es weniger um die theologische Sache ging sondern um Politik. Belege dafür waren gewaltsame Unruhen um die Katharer und Albigenser, die Hussitenkriege und zuletzt die vorangegangene Kirchenspaltung in der Reformation sowie daraus folgende Bauernkriege (Bild rechts Holzschnitt aus einer zeitgen. Flugschrift). Kurz vor dem Fall Galilei war 1599 mit Tommaso Campanella, abtrünniger Dominikaner und Mitstreiter des hingerichteten Giordano Bruno, ein Verfechter der kopernikanischen Lehre wegen Anstiftung eines Volksaufstands in Süditalien verhaftet worden. Auch er hatte seinen Angriff auf die Autorität in der Kirche unter anderem begründet mit dem Streit um Heliozentrismus.

Inquisition
Um einen Streit in theologischen Fragen klären zu können, und als Reaktion auf die Reformation, wurden im Vatikan zwei Behörden eingerichtet: die Glaubenskongregation und die Indexkongregation als Instrument der Gegenreformation. Die erste Behörde zur Klärung strittiger Ansichten, die zweite zur Buchzensur. Beide Kongregationen (Sanctum Officium) werden heute oft irrtümlich als "Inquisition" bezeichnet, dem Begriff und der Herkunft nach eigentlich ein Ermittlungsverfahren.

Heliozentrismus
Zweifel am Geozentrismus waren Folge zunehmender optischer Himmelsbeobachtung. Die systematisch erforschte Bahnbewegung der Himmelskörper widersprach dem geozentrischen System.

x

Die These des Kopernikus in Richtung des Heliozentrismus galten zur Zeit Galileis als plausibel aber noch nicht gültig bewiesen.x(4) Sie waren von der Kongregation mit Hinweis auf die Texte des Alten Testamentes supendiert und als Widerspruch zur Bibel eingestuft worden. Doch "die Kirche hat dieselbe nicht als häretisch verdammt noch wird sie dieselbe als solche verdammen."x(5) Reformatorische Kleriker und Lutheraner wurden auch ohne Inquisitionskongregation deutlicher. Melanchton nannte die Lehren des Kopernikus "Possen", Luther ihn einen "Narren". Generalsuperintendent Calovius sprach 1659 für die ganze Wittenberger Schule: "Wo die Schrift als Lehrerin und Zeugnis auftritt, da muß die Vernunft schweigen."x(6) Heute meist nicht erwähnt wird, daß im Kreis der katholischen Kirche Wissenschaftler mit indizierten Schriften arbeiten durften.x(7) Die Zensur war also mehr eine auf die Wirkung in der Bevölkerung gerichtete Maßnahme denn eine Aussage zur Streitfrage. Dazu war inoffiziell in der astronomischen Frage zu hören, daß es sich um eine vorläufige Einschätzung zur Plausibilität einer Aussage handele, die ohnehin nicht Inhalt des christlichen Glaubens sei.x(8) Die meist theologischen Kritiker des Heliozentrismus waren nicht notwendig wissenschaftsfeindlich, sondern hatten damals durchaus die Kenntnisse der Naturwissenschaft auf ihrer Seite.
Dazu ein Beispiel: Wenn sich die Erde um die Sonne dreht, müßte sich auch die Erde um sich selbst drehen, weil sonst die Sonne auf der Erde nicht täglich auf- und untergeht. Doch dafür, daß sich die Erde nicht um sich selbst dreht, sondern vermutlich doch eher am Ort stillstehend ruht, hatten die Geozentriker einen verblüffend "offensichtlichen" Beweis unter anderen:

x

 

x Die von Galilei behandelten Themen hatten Schnittmengen mit denen kirchlicher Theologie, deren Anliegen es sein muß, nur eine gemeinsame und verbindliche weltanschauliche Aussage zu finden. Disput um die Auslegung der Bibel durch theologische Exegese war zur Zeit von Galilei und durch die Stellung der Kirche in der Gesellschaft Teil von gesellschaftspolitischen Machtfragen. Für die geozentristische Sicht sprachen auch naturkundliche Beobachtungen.

 

Galilei, Gemälde von Justus Sustermanns
x

Galileis Erfindungen
Laut den prämierten Texten habe Galilei (1564-1642) das Pendelgesetz entdeckt, das Fernrohr entwickelt und weitere Erfindungen. Viele solcher Ansichten sind falsch. Galileis Wissenschaftsmarketing und Selbstdarstellung zielten oft darauf ab, ihn als Erfinder von Ideen darzustellen, die entweder ohne seine Kenntnis von anderen schon vor ihm entdeckt wurden, oder die er wissentlich übernommen hatte.

Proportionalzirkel
Im Jahre 1606 hatte Galilei eine Verbesserung des Geräts und eine Bedienungsanleitung publiziert. Die Veröffentlichung wurde ohne seine Autorisierung aus dem Latein ins Italienische übersetzt und verkauft. Mit den Entschuldigungen des Übersetzers war er nicht zufrieden. Er betrieb dessen öffentliche Demütigung und behauptete im Titelblatt einer Schmähschrift lügnerisch, sogar der Erfinder des Proportionalzirkels zu sein.x(9)

Pendelgesetz
Es ist bislang nicht nachzuweisen, daß Galilei behauptete, dessen Entdecker zu sein. Vielmehr stammt dies von seinem Schüler V. Viviani. Demnach sei Galilei 1583 am Deckenleuchter einer Kirche die Erleuchtung gekommen. Wie es heißt, hatten arabische Naturkundler bereits im 12. Jh. diese Entdeckung gemacht. Später beschrieb das Phänomen der Schweizer Astronom J. Bürgi (1552-1632). In Galileis Nachlaß sind Aufzeichnungen darüber erst ab dem Jahr 1600 zu finden.x(10) Als "Entdecker der Pendelgesetze" (Prämierung a3) kann man ihn also schwerlich bezeichen. Eine solche Qualifizierung entspringt eher Galileis Geltungstrieb, der sich früh darin zeigte, daß er sich 1587 durch Zeugen seine Untersuchungen über Schwerkraft beurkunden ließ.

x

Fernrohr
Die optischen Grundlagen liegen erstmals vor mit dem Buch "Magia Naturalis" des Italieners Giovanni B. Della Porta (1589-1593) sowie daran anschließenden Studien des deutschen Astronomen Johann Kepler. Das erste Teleskop baute Zacharias Janssen aus Middelburg in den Niederlanden. Es wurde 1608 auf der Warenmesse in Frankfurt/M. vorgestellt. Nach einer anderen Darstellung habe der holländische Brillenmacher Lippershey im gleichen Jahr das Teleskop erfunden.x(11) Das erste Fernrohr Galileis stammt auch laut seinen eigenen Angaben aus dem folgenden Jahr, also von 1609. In seinem Buch "Sidereus Nuncius" (Sternenbote, 1610) behauptet Galilei schon im Titelblatt, der Erfinder des Fernrohrs zu sein ("nuper a se reperti" - Bildausschnitt aus dem Titelblatt des Buches rechts). Richtig ist, daß Galilei später in Heimarbeit Linsen und Teleskope herstellte und durch deren Verkauf Einnahmen erzielte, wobei er nicht versäumte, sich als Urheber der Idee öffentlichkeitswirksam darzustellen. Zum "Erfinder des Fernrohrs" (Prämierung a4) wird er damit aber nicht.

Heliozentrismus
Mit Hilfe eines Fernrohrs kann man unsere Planeten genauer oder überhaupt sehen, aber nicht beweisen, daß sich die Erde um die Sonne dreht statt umgekehrt. Galilei wurde erst durch Bücher Keplers von seiner früheren geozentrischen Auffassung weggeführt.x(12) Das Fernrohr trug zu dieser Frage wenig bei, und so kann es also kaum sein, daß "durch das Fernrohr das neue Weltbild einsehbar wurde"(Prämierung b). Fernrohre hatten auch die Kirchenkritiker von Galilei, was sie aber keineswegs von seiner Theorie zu überzeugen vermochte. Galilei begründete das neue, von Kopernikus mit vorbereitete Verständnis auch nicht mit Fernrohrblicken sondern mit drei Analogie-Beweisen: die Sonnenflecken, Planetenbewegungen und die Gezeitentheorie.
Die beiden ersten Argumente Galileis zur Begründung des Heliozentrismus beruhen auf zutreffender Beobachtung, haben aber kaum Zusammenhang mit der Diskussion und stammen auch nicht von ihm. Die Gezeitentheorie hat Bezug zur Diskussion und ist auch von ihm selbst, ist aber sachlich falsch. Die Gezeiten des Meeres auf der Erde beweisen nicht, daß sich die Erde um die Sonne dreht. Galilei vermutete irrtümlich die Sonne anstelle des Mondes als Ursache für Ebbe und Flut. Verfeinerte Messungen heutiger Astronomie haben zudem zeigen können, daß auch die Sonne nicht am Ort stillsteht, wie Galilei behauptete. Tatsächlich dreht sie sich unmerklich ebenfalls wie die Erde und die anderen Planeten um einen gemeinsamen Mittelpunkt. Gleichwohl überwiegt heute eine beschönigende Idealisierung über den fachlichen Wert seiner Argumentation.x(13) Andere Behauptungen wie die von Galilei als Entdecker der Fallgesetze am Schiefen Turm von Pisa werden ebenfalls gängigerweise als Märchen bezeichnet. Seine Bewunderer versuchen gerne, ihm als Entdeckung zuzuschreiben, als erster Mensch das Fernrohr auf Sterne gerichtet zu haben anstatt auf Ziele in der Landschaft. Es mag ein jeder selbst beurteilen, als wie genial er dies einschätzt. Von unstrittiger Genialität sind abgesehen von seinem Spätwerk über die Physik eher seine sprachlichen Leistungen, vor allem sein Vokabular zur Beschimpfung fachlicher Gegner.x(14) Den Wissensstand seiner Zeit und die Leistungen von Fachkollegen wurden von Galilei aus Mißgunst oft nicht wahrgenommen.x(15)

x Galilei war mehr Selbstdarsteller und Publizist als Erfinder. Trotz seiner unstrittigen Leistungen im Bereich der Naturkunde hat er weder das Fernrohr erfunden noch das Pendelgesetz oder manch andere, ihm zugeschriebene Leistung selbst erarbeitet. Die Inquisition hatte Recht damit, daß Galilei für seine These zum Heliozentrismus keine gültigen Beweise hatte.

xGalileis Gerichtsverfahren
Galilei fand lange Zeit die Bewunderung und Förderung seiner astronomischen Arbeiten durch jeweilige Päpste. In seinem "Sibereus Nuncius" ("Sternenbote" 1610) erwähnte er die Kopernikus-These im Sinne des Heliozentrismus erstmals öffentlich, aber erst in einem Werk über die Sonnenflecken (1612) bekannte er sich deutlich zu dieser Ansicht. Kurienkardinal Barberini, der spätere Papst Urban VIII. und persönlicher Freund von Galilei, war trotz der gebotenen unorthodoxen Argumente begeistert von dem Werk.x(16) Doch durch seine aggressives Auftreten machte Galilei sich ständig neue Feinde.
Laut den prämierten Texten sei Galilei in Kerkerhaft gewesen, wo Folter ihn zum Widerruf seiner Entdeckungen gezwungen habe. Nichts davon stimmt. Es gab zwei Verfahren zum Fall Galilei durch die römische Glaubenskongregation.x(17)

Das erste Verfahren
dauerte vom 19. März 1615 bis 26. Februar 1616 ausgehend von der Anzeige eines Professorenkollegen, mit dem Galilei Streit hatte. Galilei reiste ohne Vorladung aus eigener Initiative dazu an auf Kosten des Fürstentums Florenz, worin er lebte und arbeitete. Er wohnte während seines Aufenthalts in der Florentiner Botschaft in Rom. Galilei wies die Qualifikatoren der Kongregation zurecht darauf hin, wo die Kompetenz theologischer Exegese in Fakten der Naturkunde ihre Grenze findet. Es kam zu vertauschten Rollen: Der gläubige Christ Galilei konnte an manchen Punkten besser das Wesen der Theologie darstellen, als die ihn untersuchenden Theologen; doch die Gegenseite konnte Galilei zurecht darauf hinweisen, daß seine Begründungen für Heliozentrismus nach naturkundlichen Maßstäben ungenügend sind. Damit konnten umgekehrt Theologen besser die Naturkunde beurteilen als der Naturkundeprofessor Galilei. Der Verfahrensvorsitzende, Kardinal Bellarmin, hatte selbst früher einmal ein Buch veröffentlicht, das von der Buchzensur der Kongregation verboten worden war. Er kannte also das Problem gesellschaftlich delikater Diskussionen und bemühte sich um Rücksicht für Galilei. Dem wurde am Ende des Verfahrens lediglich auferlegt, nicht öffentlich zu behaupten, daß Heliozentrismus definitiv bewiesen sei. Darüber, ob und in welcher Form ihm diese Auflage erteilt wurde, gibt es bis heute einen komplizierten Archivalien-Disput, der nicht alle Probleme unklarer Aktenlage klären kann.x(18) Nach dem Verfahren blieb Galilei noch einige Zeit in Rom, wo er in Honoratiorenzirkeln weiter seine Ansicht in der strittigen Sache vortrug. Sein wüster und anstößiger Lebenswandel in den römischen Nächten mit seinem Begleiter Annibalo Prime veranlaßte den Florentiner Gesandten als Gastherr zur Beschwerde beim heimischen Fürsten.

Das zweite Verfahren
dauerte vom 23. September 1632 mit der Vorladung Galileis vor das Officium bis zum 22. Juni 1633, der Urteilsfindung. Grund der Vorladung war, daß er sich die Druckerlaubnis für sein Buch "Dialogus" durch Tricks erschlichen hatte. Indem er in diesem Buch nicht hypothetisch den Heliozentrismus diskutierte, sondern die gegenteilige Ansicht höhnisch lächerlich machte und indirekt Vertreter der Kirche angriff, hatte er die Auflage aus dem ersten Untersuchungsverfahren zur öffentlichen Zurückhaltung in dieser Sache mißachtet. Haftort Galileis in Rom war die geräumige Wohnung eines hohen Kongregationsbeamten, P. Maculano, der in astronomischen Fragen Galileis Ansicht teilte. Als seinen Verteidiger hatte die Kongregation den Mönch Tommaso Campanella bestellt, der im Zuge des Bruno-Prozesses bereits wegen unorthodoxer Ansichten in Haft gewesen war. Galilei hatte freie Bewegung in Haus und Garten sowie eigene Dienerschaft und Verpflegung aus der Florentiner Residenz. Er hatte freie Korrespondenz, durfte aber keinen Besuch empfangen.

Im ersten Verhör
am 30. April 1633 bot Galilei einen kläglichen Auftritt. Er trug vor, gerade erst ein Exemplar seines strittigen "Dialogus" erhalten zu haben. Er wundere sich selbst über den Inhalt, es komme ihm "ganz fremd vor". Tatsächlich, so Galilei weiter, erwecke es den irrigen Eindruck heliozentrischer Faktizität. Soweit dies aus seiner Formulierungstendenz resultiere, sei es nur Folge seiner Gelehrteneitelkeit. Er könne eine Fortsetzung zum Werk anbieten, die Mißverständnisse kläre und sei überhaupt davon überzeugt, daß Heliozentrismus eine falsche Ansicht ist. Diese Verteidigungsstrategie vor der Untersuchungsbehörde war wahnwitzig. Daß er nicht wußte, was er selbst geschrieben hatte und mit Tricks in den Druck gegeben hatte, war ebensowenig plausibel wie seine Behauptung, Heliozentrismus zu bezweifeln. Sein strittiges Buch hatte keinen anderen Inhalt, als das Gegenteil zu demonstrieren.

Im zweiten Verhör
am 21. Juni 1633 wurde wegen seiner abwegigen Widersprüche laut Akten das "examen rigorosum" angesetzt, das strenge Verhör. Nun wußte der damals 68jährige Galilei, daß die Folter an Personen über 60 Jahren nicht mehr vollstreckt wurde. Tatsächlich also erlebte er die "territio verbalis", das Erschrecken durch Drohungen. Ihn erschreckten sie offenbar nicht, denn er blieb bei seiner unsinnigen Darstellung aus dem ersten Verhör und unterzeichnete entsprechend das Verhörprotokoll, das sich heute noch in den Akten findet. Daß die verfahrensförmliche Androhung der Folter sein Verhalten im Verfahren beeinflußt haben könnte ist also ebenfalls wenig wahrscheinlich (Prämierung d). Daß Galilei tatsächlich "zur Folter geführt wurde" (Prämierung c) ist ebenso Unsinn wie die "wochenlangen Foltern" (Prämierung a1).

Das Urteil
erging kontrovers, drei von zehn Kardinälen hatten nicht unterschrieben, darunter der Papstneffe Francesco Barberini. Auf Galileis Lügen im Verhör ging die Kommission nicht ein, sondern beschränkte sich auf die Streitsache. Heliozentrismus wurde nun doch formell als Irrtum und Ketzerei verdammt. Zur Strafe solle Galileis "Dialogus" verboten werden und er selbst Bewährungshaft erhalten. Galilei mußte eine Bußformel aufsagen, kniend aber voll bekleidet. Eine "Abschwörung im Kerker" (Prämierung b) hatte es also nicht gegeben. Der Verhandlungsort war ein Palastgemach im Vatikan. Einen Kerker hatte Galilei wohl nie von innen gesehen. Der trotzige aber abwegige Mythensatz „Und sie dreht sich doch“, ist erstmals nachzuweisen auf einem Gemälde von 1645 (Schule des spanischen Malers Murillo), das Galilei im Kerker (!) zeigt. Zwar lautete der Urteilsspruch auf Kerker ("ad carcerem"), doch wurde das Urteil so nicht vollstreckt. x

Die Strafe
Galilei kehrte zunächst in die Wohnung des römischen Officials zurück, zwei Tage später siedelte er in die Botschaft von Florenz über, eine Woche später in den Bischofspalast seines Freundes und Schülers Ascanio Piccolomini in Siena. Er kehrte deshalb nicht direkt in seine Professorenvilla in Florenz zurück (Bild links), weil in der Region gerade die Pest herrschte. Diese Rückkehr geschah erst fünf Monate später, als die Lage ungefährlicher geworden war. Der Papst gab bekannt, daß er eine schrittweise Rehabilitierung Galileis fördern werde. Während seines "lebenslangen Hausarrestes" konnte Galilei Besuch empfangen, korrespondieren, weiter forschen, reisen und Bücher schreiben, so sein zurecht gelobtes Hauptwerk über die Physik. Soweit erkennbar beschränkte sich seine "strengste Bewachung" (Prämierung a2) in dieser Zeit darauf, daß die Kirchenbehörden sich bei einigen seiner Besucher über ihn erkundigten. Der gebrechliche Greis mag aus gesundheitlichen Gründen nicht aktiver gelebt haben, als er es damals tat. Seine Erblindung in dieser Zeit war Folge eines langjährigen Glaukom-Leidens. Galileis Lebensabend bis zu seinem Tod war wohlversorgt durch eine lange vor dem Urteil gewährte lebenslange päpstliche Pension als Anerkennung für seine wissenschaftlichen Leistungen.x(19)

x Galilei fand in der katholischen Kirche durchaus Zustimmung und Anerkennung für seine Arbeit. Er hat niemals im Kerker gesessen und wurde nie gefoltert. Seine Behandlung im Officialprozeß gilt als ungewöhnlich rücksichtsvoll und nachsichtig. Der Hausarrest in seiner eigenen toskanischen Villa zwang ihm keine andere Lebensweise auf, als ein gebrechlicher und schließlich am Starleiden erblindeter Greis sonst auch geführt hätte. Bis zu seinem Tod erhielt er weiterhin eine vor dem Prozeß gewährte Pension der Kirche von fast der Hälfte eines Professorengehalts.

Fazit

Galilei hatte weder im kirchlichen Kerker gesessen noch ist er gefoltert worden. Ebenso falsch ist die Behauptung, er habe das Fernrohr erfunden, die Pendelgesetze entdeckt, odereinen Beweis dafür erbracht, daß sich die Erde um die Sonne dreht aber nicht umgekehrt. Einige weitere Legenden über Galileis angebliche Leistungen gehen zum Teil auf dessen eigenes Ego-Marketing zurück. Galilei hatte als eigene historische Leistung zur Astronomie außer Selbstdarstellung vor allem bissigen Streit mit reißerischem Vokabular zu bieten. Oft unbeleckt vom astronomischen Wissenstand seiner Zeit hatte er das Glück, eher intuitiv eine unbequeme Ansicht für sich zu entdecken, die Autoritäten seiner Zeit damit zu provozieren und damit über die Generationen der Wissenschaftsentwicklung weitgehend aber eher zufällig Recht zu behalten. Daraus hat sich eine Heldenlegende entwickelt, deren Irrtümer bereits seit Mitte des 19. Jhs. hinlänglich enthüllt sind, bis heute aber nicht in das öffentliche Bewußtsein vordringen können, weil es immer noch höfische Barden gibt, die mit Heldengesängen ein Geschäft machen.Bei den Prämierten handelt es sich um zwei Landestheater und zwei staatliche Schulen, also mit Steuergeldern unterhaltene Einrichtungen.
x In den ersten beiden Fällen mag man sagen, daß die Öffentlichkeit Schauspielern ohnehin keine Bildungskompetenz zutraut. Doch immerhin können ihre Produktionen Geschichtsbilder bei noch weniger kompetentem Publikum prägen. Vor allem, wenn behauptet wird, annähernd dokumentarisch zu arbeiten. Im Falle von Brechts Theaterstück handelt es sich um einen Dramenautor, der in seiner programmatischen Schrift "Kleines Theaterorganon" (1948) wörtlich definierte, daß das neue epische Theater der kommunistischen Weltrevolution zu dienen habe, in der vor allem Religion als "Opium fürs Volk" keinen Platz mehr haben sollte.
x In den beiden anderen Fällen handelt es sich um Resultate dessen, was Lehrer und Schulen der Jugend als Grundbildung mit auf den Lebensweg geben. Bei Lehrern, die immerhin eine steuerfinanzierte teure Ausbildung genossen haben und gegenüber den Schülern mit Lehrautorität auftreten, sollte man unterstellen, daß sie wissen, was sie lehren. Daß sie es in diesem Falle nicht wissen, sollte also unwahrscheinlich sein. Dann aber wäre die trotzdem noch von ihnen verbreitete Falschinformation über Geschichte im Dienst offenkundiger gesellschaftspolitischer Interessen kaum noch mit Irrtum zu entschuldigen, sondern würde in eine andere Kategorie fallen ...

Belege


x(1)Streitfragen
Philosoph Pythagoras (580-497) lehrt Heliozentrismus.
Philosoph Aristoteles (384-322 v.C.) lehrt Geozentrismus im Werk „Physik“, fortgesetzt durch Peripatetiker.
Naturkundler Claudius Ptolemäus v.Alexandria (100-180) lehrt Geozentrismus im Werk „Großes Astronomisches System“ (Almagest) – Fixsterne, Planeten, Erdzentrum.
Bischof Prof. N. Dorsesme (um 1350) in Paris lehrt die Achsendrehung der Erde.
Can. Nikolaus v. Kues (1401-1464) lehrt die Erdrotation, ideelle Anregung für Fahrten des Columbus.
Prälat Calgagnini (1520) lehrt in Italien die Bahnbewegungserde im feststehenden Himmel. (Che il cielo sta fermo e la terra si muove).
Can. Kopernikus (1473-1543) löst das Problem fehlender Planeten-Opposition im Geozentrismus 1536 durch das Konzept Dreherde (De revolutionibus orbium celestium). Frühe Befürwortung des heliozentrischen Systems nach Phytagoras durch den Astronom Kopernikus (1543) / Didacus von Stunica: Buch "Job" (o.J. laut Dekret Indexkongregation 1616, Burg S. 468) / Karmelitermönch Paolo A. Foscarini (März 1615, Burg S. 460).
Dänischer Astrologe Tycho de Brahe (1546-1601), Geozentriker, führt exakte Messungen der Gestirne mit aufwendiger Technik ein (Meridianmessung), was für seinen Schüler Kepler Grundlage weiterer Entdeckungen wird.
Protestant Prof. Joh. Kepler (1571-1630): findet die Ellipsenbahn der Planeten. Um 1593 folgen seine Beweise für die Drehbahnerde. Er wurde wegen dieser unorthodoxen Ansichten in seiner protestantischen Heimat drangsaliert und beruflich behindert, seine Mutter als Hexe angeklagt. Er erhielt Asyl und Gelegenheit zur Publikation am Hof des kath. Kaisers Rudolf II. und seiner dortigen Jesuiten. Später profilierter Vertreter des Heliozentrismus.
Newton 1686: Massenschwere als Erklärung der Ellipsenbahnen.
Bradley 1728: Lichtaberration als Nachweis der Erdbewegung.

x(2) Bibelastronomie
- Die Sonne dreht sich um die Erde:
"Sonne stehe still in Gibeon, und du, Mond, über dem Tale von Ajalon. Da stand die Sonne still und der Mond blieb stehen". (AT/Josua 10,12-14)
- Die Erde steht still:
"Du hast die Erde gegründet auf ihrer Grundfeste“ (AT/Psalm 103)
" Gott begründet den Erdkreis unbeweglich“. (AT/Paralipomenon 16)
- Geozentrismus:
"Der Himmel ist oben, die Erde hier unten.“ (AT/Buch der Sprüche) Kommentar delle Colombe 1610: "Gehörte nun, wie Kopernikus will, die Erde zu einem Himmelskreis, dann wäre sie nicht mehr unten, denn der Himmel ist oben“ (??)
- Drehsonne:
"Es geht die Sonne auf und sie geht unter und kehrt wiederum zur früheren Stelle zurück; indem sie da abermals aufgeht, durchreist sie die Mittagslinie und neigt sich gen Westen.“ (AT/Buch Ekklesiastikus)

x(3) Irrlehren
Brüggeboes/Mensing: Kirchengeschichte. Düsseldorf 1972, Sn. 29-31, 96-99.

x(4) Unbewiesener Kopernikus
"Die Beweise, welche damals angeführt wurden, waren keine eigentlichen Beweise. Es waren gewisse Analogie-Gründe und sie schlossen durchaus die Möglichkeit des Gegenteils nicht aus." Astronom Angelo Secchi in: Schiavi: Manuale didattico-storico, 1874, S. 388. Dazu auch: Hartmann Grisar: Galileistudien. Regensburg 1882, S. 30-34.

x(5) Unverdammt
Der damalige Kardinal Barberini, späterer Papst Urban in einem Brief an Galilei vom 16.05.1607. Dies in Galilei Opera VIII., S. 399.

x(6) Reformierte Ansichten
Ph. Melanchton: "Initia doctrinae physicae" / M. Luther
:"Der Narr will die ganze Kunst der Astronomie umkehren. Aber wie die Heilige Schrift anzeiget, so hieß Josua die Sterne stillstehen und nicht das Erdreich." in der Textsammlung von Walch, Halle 1743, S. 2260 / Calovius zitiert bei Beckmann: "Zur Geschichte des Copernikanischen Systems" In: Zeitschrift für die Geschichte des Ermlands Nr. III, S. 339.

x(7) Wissenschaftsfreiheit
Brief des Ordinarius der Kirche von Mailand vom 11.10.1619 an Joh. Kepler, demnach er in Rom (ab urbe) indizierte Werke zur Frage der Heliozentrik erworben habe. In: Frisch: J. Kepleri Opera omnia Bd. 1, S. 195 f.

x(8) Inhaltssache
Dies unter Verwendung von Korrespondenz Galilei in Burg, a.a.O., Sn. 465-469.

x(9) Zirkel-Lüge
Sein Buch: "Difesa di Galileo Galilei", Venedig 1607, Titelblatt.

x(10) Pendeleien
Cimino, Barbara: Galilei und seine Zeit. Verona 1966, S. 7. Die Viviani Behauptungen bei W. Brandmüller: Galilei und die Kirche, a.a.O.

x(11) Fernrohr-Erfinder
Cimino, Barbara: Galilei, a.a.O, S. 14.

x(12) Früher Geozentrismus
Galileis frühe geozentrische Studie: "Trattato della Sfera o Cosmografia", 1606.

x(13) Idealisierter Dialogus
Albert Einstein bietet Gefasel:
„Da offenbart sich ein Mann, der den leidenschaftlichen Willen, die Intelligenz und den Mut hat, sich als Vertreter des vernünftigen Denkens der Schar derjenigen entgegenzustellen, die auf die Unwissenheit des Volkes .... sich stützend, ihre Machtpositionen einnehmen und verteidigen. Seine ungewöhnliche schriftstellerische Begabung erlaubte es ihm, zu den Gebildeten seiner Zeit so klar und eindrucksvoll zu sprechen, daß er das Denken der Zeitgenossen überwand und sie zu einer objektiven, kausalen Einstellung zum Kosmos zurückführte, die mit der Blüte der griechischen Kultur der Menschheit verlorengegangen war.“ Es ist anzumerken, daß der von Kopernikus und Galilei zurückgewiesene geozentrische Ptolemäus in Alexandrien diese "griechische Kultur" ebenfalls repräsentierte ...

x(14) Schimpfgenius
- Proportionalzirkelstreit mit Capra:
"neidischer Feind, diabolischer Ratgeber, Hasser des Menschengeschlechts, bissige Lügenschlange"
- Goldwaagenstreit mit Grassi:
"Ignorant, Pedant, böswilliger Tor, Riesendummkopf, größter aller Ochsen, Lügner, Betrüger, du Stück Esel, Büffel, gemeiner Faulenzer, Dummkopf, elender Fälscher, gemeiner Kerl, dummes Vieh, vernagelter Kopf".
Gesammelt von W. Brandmüller: Galilei und die Kirche, a.a.O., passim.

x(15) Gelehrteneitelkeit
"Zwar hatte Kepler seine Gesetze formuliert; allein von diesen weiß uns Galilei nicht zu sagen (...) Von Kepler selbst weiß er uns in dem langen Dialoge zum Schluß nur einige Kindereien (fanciulezze) zu berichten. Lieber wollte er zu den veralteten Kreisbahnen der Planeten zurückkehren, als dessen wahre, mit Riesengeduld bewiesene Ellipsen anzunehmen; ..." F.H. Reusch: Der Prozeß Galileis und die Jesuiten. Bonn 1879, S. 333-334. Demnach hätte schon die Aufnahme der 20 Jahre vor seinem "Dialogus" veröffentlichten Keplerschen Gesetze seiner Argumentation zur Heliozentrik mehr Beweiskraft verleihen können. Reusch, a.a.O., S. 333-334 unter Bezug auf Joseph Bertrand.

x(16) Papstbegeisterung
Joseph Burg: Protestantische Geschichtslügen Bd. 1. Essen 1895, S. 459.

x(17) Biographische Recherche
Zu den Fakten des Prozesses passim:
- Karl v. Gebler: Galileo Galilei und die römische Kurie. O.O. 1875.
- Walter Brandmüller: Galilei und die Kirche - oder das Recht auf Irrtum. Regensburg 1982.

x(18) Kardinals-Sicht
Bellarmin in einem Attestat vom 26.05.1616: In Übersetzung zitiert bei Burg, a.a.O., S. 461f. dort auch Literaturangaben dazu, daß Behauptungen einer Fälschung des Attestats nicht erwiesen werden konnten. Dies klingt ohnehin abwegig, da Galilei das Dokument 1633 zu seinem Nutzen im Prozeß verwendete, als der Aussteller Bellarmin noch lebte.

x(19) Pension
Am 24.05.1608 stellte Großherzog Ferdinand I. v.Medici eine Zahlungsanweisung (http://www.medici.org/news/dom/dom022002.html) über 235 Scudi aus, was 100 span. Gold-Doublonen entsprach, zugunsten von Galilei "für geleistete Dienste". Dieser war damals Professor zu Padua. Seit 1630 erhielt Galilei eine Jahrespension vom päpstlichen Hof in Höhe von 100 Scudi. Dies entsprach 42 % seines früheren Professorengehalts zu Padua ohne Lehrverpflichtung.
Veröffentlichung: Januar 2004
+Nr.42: NestbrandNr.44: Robbi-End+
 
13.03.2018-00 Impressum 1,79
x
System: PUBLIU
Sepp Depp: Prämie für Falschangaben zur Geschichte: Redaktionell ausgewählte Webseite auf onlinestreet.de
Sepp Depp: Prämie für Falschangaben zur Geschichte: Redaktionell ausgewählte Webseite auf wogibtes.info

 

®