x
x
Sepp DeppPrämie für Falschangaben zur Geschichte
Groß/klein Ein Suchwort von mindestens 3, höchstens 30 Zeichen
xMobile
x Der Verfasser auf Facebook
x Der Verfasser auf Twitter
Nr.46: Passioniert

Kulturkrieg um die Passion Jesu im Jahr 30

Nominierung

x Thema: Kritik am Passionsfilm von Mel Gibson (hier in Artikel 45)
Quellen:
a) Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 11, 14.03.2004, S.27: Ohne höheren Sinn: Mel Gibsons "Passion Christi"
b) NetZeitung.de / "Entertainment", 11.03.2004
c) RP-Online, 22.03.2004 unter Berufung auf ARD-Morgenmagazin
d) US Polit-Organisation "Anti-Defamation League" und ihre Pressebeiträge
Urheber:
a) Redakteur Peter Körte
b) RA Michael Friedman
c) Schriftsteller Raphael Seligmann
d) ADL-Direktor Abraham H. Foxman

Aussagen

a-1)
Schon vor Monaten, als durch eine gezielte Indiskretion das Drehbuch kursierte, hatten Vertreter jüdischer Organisationen befürchtet, der Film schüre antisemitische Ressentiments, und die meisten sahen sich nach Ansicht des Films bestätigt.
a-2)
Gibson hat immer wieder von Kampagnen gegen seinen Film geraunt und in einem Interview erklärt: "Krieg ist gräßlich. Im Zweiten Weltkrieg wurden zehn Millionen Menschen getötet. Einige von ihnen waren Juden in Konzentrationslagern" - was den Holocaust zur häßlichen Begleiterscheinung des Krieges macht."
a-3)
Daß der Film den Hohepriester Kaiphas als klassischen Schurken und den Jerusalemer Mob als blutdurstig porträtiert, daß er Pilatus entgegen den historischen Tatsachen als menschenfreundlichen Zauderer zeigt, daran kommt man nicht vorbei. Ob diese Lesart nun den Evangelien entspricht, das können die Neutestamentler ruhig unter sich ausmachen.
b-1)
Der Film über die letzten Stunden im Leben Christi sei ein "unverantwortlicher Rückschritt ins Mittelalter" In Gibsons Werk komme "Antisemitismus unter dem Deckmantel eines Films" daher.
b-2)
Die Juden würden in Gibsons Film als «Gottesmörder» dargestellt, was ein sehr altes antijudaistisches Motiv sei. «Der religiös begründete Antisemitismus ist der älteste und der, der Europa am meisten vergiftet hat», so Friedman. «Wenn ich mir vorstelle, dass wir diesen Film auch jungen Menschen zeigen und sie aus dem Film mitnehmen, dass die Juden die Verantwortung für den Tod Jesu Christi haben, dann ist dies eine explosive Brisanz, die wir nicht hinnehmen dürfen.»
c-1)
Der jüdische Schriftsteller Rafael Seligmann sagte im ARD-"Morgenmagazin", er sei erschüttert über die Gewalt und Unmenschlichkeit des Films. Die Christen und Juden glaubten an eine Religion der Liebe, sagte Seligmann. Im Spielfilm diene die biblische Botschaft jedoch "als Alibi der Gewalt". Regisseur Gibson wolle mit dem Film "sein Geld machen". Einen Kinobesuch könne man sich sparen.
c-2)
Falsch sei die Darstellung von Pontius Pilatus als gütiger Zauderer, sagte Seligmann;denn der Statthalter sei wegen seiner Unmenschlichkeit abberufen worden.
c-3)
Was wehtue, sei die Darstellung geifernder Juden, die die Kreuzigung Jesus verlangten, und die römischen Soldaten seien Sadisten.
d-1)
Der Film zeige nur die Juden durch einen Jerusalemer Mob und durch Rabbiner der Synagoge als Täter des Justizmords, ohne weitere Fragen zu stellen. Die Römer seien durch Mitgefühl für Jesus repräsentiert, alle Juden aber nur als blutdürstig gegen Jesus. Dies könne Antisemitismus schüren.
d-2)
Die Filmhandlung täusche vor, durch das Neue Testament der Bibel legitimiert zu sein, während es doch nur überwiegend Regisseurs-Phantasien seien, denen apopkryphe Mythen zugrunde liegen, wodurch der Film "historisch unkorrekt" geworden sei.

Diskussionen

xHintergrund
Die Kritik am neuesten Passionsfilm von Mel Gibson hat sich zu einer Kampagne entwickelt, bei der selbst als vernünftig bekannte Köpfe ihre Beherrschung verlieren, und die aus den USA schon als "Kulturkrieg" wahrgenommen wird. Das historische Thema um den Hinrichtungstod des christlichen Religionsstifters besteht dabei aus zwei Aspekten, die in der derzeitigen Diskussion vermengt werden. Es handelt sich hier um ein faktisches Ereignis der Vergangenheit sowie dessen theologische Deutung im Rahmen einer Weltreligion. Der theologische Aspekt ist in einer allgemeinen Diskussion irrelevant, da er christlichen Glauben als Grundlage der Arbeitsweise und Ergebnisse voraussetzt und insofern keine allgemeine Gültigkeit hat. Von grundsätzlicher Bedeutung kann hier nur der Vergleich sein zwischen dem, was wir heute über das reale Ereignis ermitteln können, mit dem, was wieder einmal in einem Passionsfilm künstlerisch gestaltet wird. Die Diskussion der nominierten Vorwürfe schließt zugleich mit ein, die aktuellen Diskussionen um den Film miteinzubeziehen, auch wenn sie keinen historiographischen Aspekt enthalten.

x Die strittige Sache besteht in tatsächlichen Ereignissen der Vergangenheit, was anhand von Quellenzeugnissen zu prüfen, und grundsätzlich kein Gegenstand beliebiger Ansichten, religiöser Deutungen oder politischer Interessen ist.

1. Medien-Dunst

a-1) und a-2)
xGibsons Geheimprojekt Passionsfilm konnte Monate vor seinem Kinostart 2004 aufgedeckt werden, so daß jüdische Betroffene rechtzeitig auf diese mediale Gefahr hingewiesen wurden. Der Produzent habe in einem Interview die Opfer des Zweiten Weltkriegs bagatellisierend auf zehn Millionen reduziert und den Holocaust als "häßliche Begleiterscheinung" dieses Krieges abgetan, so daß man vermuten mußte, der Passionsfilm enthalte antisemitische Motive.

Der Film wurde erstmals öffentlich als Konzept vorgestellt durch einen Zeitschriftenartikel im New York Times Magazin, Februar 2003. Bei dieser Gelegenheit erfolgte die Übergabe der damaligen Drehbuchfassung an die jüdische Organisation ADL in den USA.x(1) Am 24.03.2003 verlangte Abraham Foxman, US-Direktor der ADL, brieflich von Gibson eine Mitsprache an den Filminhalten.x(2) Diese wurde offenbar gewährt, da der Produzent eine kritische ADL-Studie zum frühen Manuskript bei der weiteren Arbeit zu berücksichtigen versprach (Anm. 1/2). Im August 2003 war die Vorstellung der ersten Filmfassung in Houston/Texas u.a. vor Vertretern der ADL. Am 21. Januar 2004 wurde die Rohfassung des Films in Orlando/Florida vorgeführt. Es heißt, daß Gibson hierzu eine Einladung jüdischer Vertreter abgelehnt habe. Dies bestreitet Gibson indirekt in einer fast unterwürfigen Ergebenheitsadresse an Foxman.x(3) Mindestens für den Verleih der deutschen Fassung des Films konnten Vertreter des Netzwerks durchsetzen, daß eine Szene gestrichen wird.x(4)
Welchen berechtigten Anspruch die jüdische Organisation auf Mitwirkung an den Inhalten überhaupt haben könnte, ist nicht erkennbar. Bei den vielen früheren Passionsfilmen scheint dieser Anspruch nicht gestellt worden zu sein. Wenn z.B. Deutschland in Hollywood ständig kontrollieren wollte, wo in Filmen über den Zweiten Weltkrieg sein Ansehen unter Verfälschung von Fakten diskreditiert wird, hätten beide Seiten nichts anderes mehr zu tun. Daß der inkriminierte Film überhaupt historische Fakten über Juden während der Passionsereignisse verfälscht, wäre erst noch zu zeigen, was objektiv aber noch nicht gelungen zu sein scheint.Ein Begleit-Argument soll deshalb nachweisen, was dem Filminhalt nicht nachvollziehbar zu entnehmen ist. Gibson soll den "Holocaust" verharmlost haben, was deutlich werde in seiner Runterrechnung von Weltkriegsopfern, deren jüdische eine Bagatelle gewesen seien. Eine Meldung in der internationalen Presse gibt den ursprünglichen Inhalt des Interviews jedoch etwas anders wieder als der hier genannte deutsche Journalist.x(5) Es wird deutlich, daß Gibsons Aussage entstellt wurde, um dessen Produktionsmotive zu verdächtigen durch die notorische Holocaust-Jokerkarte, die immer hilft, wenn man sonst kein Argument hat. Aus der originalen Formulierung von Gibson "viele Zehnmillionen" reduzierte der Journalist die Opfer herunter auf "zehn Millionen". Gibson betonte jedoch die Faktizität von Verbrechen gegen Juden ("atrocities"), wies aber auch hin auf viele Millionen Hungertote in der UdSSR lange vor dem Zweiten Weltkrieg während Stalins Rüstungskampagne. Dies wird offenbar nicht gerne erwähnt und in freier Phantasie umgemünzt zum "Holocaust als häßlicher Begleiterscheinung", was Gibson nicht gesagt hatte.

x - Gibson selbst hatte aus naheliegenden Marketing-Gründen die Öffentlichkeit bereits ein Jahr vor dem Kinostart über das Filmprojekt informiert. Von Heimlichkeiten kann keine Rede sein, und die ADL war noch während der Produktionsarbeiten darüber informiert.
- Die angeblichen Interviewaussagen Gibsons, die seine "Holocaust-Leugnung" beweisen und somit seine Produktionsmotive verdächtigen sollen, sind Ergebnis verfälschter Zitatübersetzung.

c-1)
xGibsons Passionsfilm sei eine Gewaltorgie, was zumindest gegen die darstellerische Kompetenz spreche, wenn nichtgegen die historisch-inhaltliche. Sekundanten dieses Arguments assistieren mit Überzeichnungen i.S. eines "Sado-Maso" Aufreizers für entsprechende erotische Bedürfnisse.

Bei vielen Kinofilmen, speziell aus den USA, dominiert Gewaltdarstellung die Handlung entweder quantitativ oder im Eindruck. Sei es in sinnloser Weise wie in "Robocop", als quasi-ästhetische Größe in "Blue Velvet", als Klamauk in "Zwei glorreiche Halunken", oder als dokumentarisches Element wie in Mafia- oder Kriegsfilmen wie zuletzt Spielbergs "Soldat Ryan". Es wurde noch nicht gehört, daß die ADL-Organisation dies anstößig fand. Daraus wäre zu schließen, daß Gewalt im Film adäquat sein kann, wenn dies sachlich gerechtfertigt ist. In der Passion liegen ereignisgeschichtlich wenig mehr Aspekte als die der Gewaltausübung gegen ein unschuldiges Opfer. Daß dies bei der Folter weitgehend nackt war, lag im demütigenden Zweck begründet, hatte als historisches öffentliches Schauspiel präventive Motive der Justiz und ist sachlich authentisch.

x Die Gewaltkritik ist bezogen auf den Passionsfilm angewandte Doppelmoral und ein unseriöses Hilfsargument für ganz andere Motive der Kritik.

xb-1) und b-3)
Gibsons Film sei künstlerisch verkleideter Antisemitismus, weil er mit Hilfe des Christusmörder-Vorwurfs auf ein Motiv zurückgreife, das im finsteren Mittelalter Ursache für christliche Gewalt gegen Juden wurde.

Das Argument scheint anzuknüpfen an den Umstand, daß Gibson neben der Bibel das Buch einer mittelalterlichen Mystikerin dem Drehbuch zugrunde legte. Das europäische Mittelalter war jedoch alles andere als finster. Es war jene Epoche, in der die Städte und ihre Bürgerfreiheit mit Weltkontakten begründet wurde (z.B. Hanse), sowie der Aufschwung der Wissenschaft in der Institution der Universität als Kollegiatengemeinschaft von Bürgern ("Universitas Scholarum et Magistrorum"), dies zugleich verbunden mit der Wiederentdeckung und dem Interesse an den Errungenschaften anderer Kulturen (z.B. Aristoteles-Rezeption über die Araber Averrohes und Avicenna). Die Verfolgung jüdischer Immigranten in dieser Zeit war kaum größer als bis in unsere Tage, und sicher weniger umfangreich als früher in der Antike. Sie hatte vielfältige Motive, etwa als Sündenbockjagd bei Pestseuchen, etc. Das "Christusmörder"-Motiv war eher eine randständige Hilfslegitimation, die in der Moderne nur durch andere Dekorationen ersetzt wurde. Die Abwesenheit des Christusmörder-Motivs in der Moderne konnte Gewalt aber offenbar nicht verhindern, was umgekehrt gegen die heutige Relevanz spricht. Noch dazu in einer Zeit, deren Atheismus zumindest im europäischen Raum sprichwörtlich ist. Es kann nicht sein, daß objektive Faktenfeststellungen über Geschichte erst durch den Filter der Bedürfnisse heutiger politischer Interessengruppen laufen müssen, bis sie schließlich den bekannten Fakten der Vergangenheit widersprechen. Genau das scheint der hier zitierte Besorgnisträger letztlich aber zu beabsichtigen.

x Es gibt keinen sachlichen Grund, das Mittelalter pauschal als judenfeindlich zu diskreditieren. Die in der Kritik verwendeten Maßstäbe zum Nachweis dessen treffen auf frühere und spätere Zeiten besser zu, so daß das Mittelalter nicht als Beleg für heutige Befürchtungen dienen kann.
Wer die geschichtlichen Mörder von Jesus waren, ist eine rein historiographische Sachfrage. Deren Antwort darf nicht durch heutige politische Interessen verfälscht werden.

2. Historische Inhalte

xd-2) und c-1)
Der Passionsfilm erwecke bei religiös uninformiertem Publikum den Eindruck, die Inhalte der Handlung seien direkt aus den Evangelien des Neuen Testaments der Bibel abgeleitet. Tatsächlich aber sei das meiste davon "außerbiblischen Mythen" entnommen, weshalb eine Kommission von neun jüdischen und christlichen Experten bereits das frühe Drehbuch als "historisch unkorrekt", ja sogar "glaubenswidrig" gegenüber den Inhalten der Bibel befunden habe. Der Film solle offenbar ein pauschal-negatives Bild über Juden erzeugen.

Bei dieser ominösen Kommission handelte es sich um neun nicht näher qualifizierte Studenten ("scholars") im Auftrag der jüdischen Organisation ADL. Was die Auftraggeber als Ergebnis der Prüfung erwarteten, war wohl auch für diese Studenten nicht schwer zu erraten.Aus dem Kommissionieren scheint mangels weiterer Angabe nicht mehr herausgekommen zu sein, als drei Argumente, die nichts beweisen:
x Erstes Argument   (Einseitigkeit)
Juden seien in ihrer Schuld für den Justizmord unangemessen einseitig dargestellt. -- Das ist formal aber nur eine Behauptung - eine falsche (Originalzitate-Anmerkung 1; Einseitigkeit hier diskutiert, unten zu d1).
x Zweites Argument   (Darstellungswirkung)
Die einseitige Darstellung könne Antisemitismus fördern. -- Auch das ist wertlos zur Sachbeurteilung eines Geschichtsberichts, weil die heutige Reaktion nichts darüber aussagt, ob er inhaltlich richtig ist oder nicht. Die Wiederholung des Einseitigkeit-Vorwurfs im zweiten Argument macht aus der Behauptung noch immer keinen Beweis.
x Drittes Argument   (Relativismus)
Das Neue Testament der Bibel, woher die historischen Berichte stammen, sei kein Ereignisbericht sondern eine Art religiöser Metapher. Diese Ansicht vertrete inzwischen auch die katholischen Kirche (Originalzitat in Anmerkung 1, Abschn. 2). -- Wenn das so wäre, dann könnte aber kein Passionsfilm im Widerspruch zur Bibel stehen, weil dann jeder die Metapher so deuten kann wie er will.
Konkret: Entweder hat die Bibel über diese historischen Ereignisse eine eindeutige Faktenaussage, dann muß man feststellen, daß der kritisierte Film damit übereinstimmt (Darstellung unten: "Justizfall"). Oder sie hätte keine eindeutige Faktenaussage, dann wäre auch die ADL-Deutung der Bibelberichte nicht zutreffender als alle anderen, weshalb sie auch nicht andere als "glaubenswidrig" zur Bibel kritisieren könnte. Der logische Fehler im Argument besteht darin, die Kritik auf eine Autorität zu gründen, die zugleich in Zweifel gezogen wird (contradictio in adjecto).
Filmproduzent Gibson gibt an, nicht nur das Neue Testament, sondern auch das Buch einer christlich-mittelalterlichen Mystikerin als Informationsgrundlage verwendet zu haben. Daher stammt wohl der Mythos vom "Schweißtuch der Veronica", der biblisch nicht legitimiert ist, in der katholischen Frömmigkeit jedoch eine alte Tradition hat.
Es dürfte schwer sein, zu zeigen, daß die Filmhandlung an irgendeiner Stelle in direktem Widerspruch steht zu den Ereignisberichten der Evangelien des Neuen Testaments der Bibel. Denn dort, wo der Film überhaupt davon abweicht, füllt er nur Lücken in den Evangelienberichten auf eine zumindest plausible Weise (z.B. Aufwischen des Blutes an der Folterstätte / Umstände des Selbstmords von Judas / Schweißtuch der Veronica / Maria auf der Suche nach der Kerkerstätte Jesu / Begegnung Maria und Frau des Pilatus / humaner Römer-Offizier). Der Hinweis auf diese Mythen, die keinen Bezug haben zur Frage nach eventueller unfairer Darstellung von Juden, dient hier offenbar nur als Hilfsargument, um Filminhalte infrage zu stellen, die legitimiert durch den Bibeltext schwerer angreifbar sind.
Wo der Film im Falle anatomischer Unplausibilitäten sachlich fragwürdig wird (Kreuz anstelle Patibulum, Handteller-Annagelung, Peitscheninstrument - hier in separatem Artikel), ist auch das nicht Folge eines Widerspruchs zu den Evangelien, die zu solchen Details keine Angabe machen. Es ist auch wiederum ohne Bezug zur Einseitigkeitsfrage. Die sachliche Fragwürdigkeit resultiert aus archäologischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen, an denen auch Wissenschaftler jüdischen Glaubens beteiligt waren (z.B. Projekt STURP). Solche Untersuchungsergebnisse waren der illustren Expertenkommission wohl nicht bekannt, sonst hätten sie sicher gerne darauf hingewiesen.
Die abwegige Behauptung, die Filmhandlung stehe im Widerspruch zur Bibel dürfte als geschäftsschädigendes Zweckargument gegen den Produzenten darauf abzielen, christlich-orthodoxes Publikum vom Film abzuschrecken (speziell c-1 "Kinobesuch kann man sich sparen").

x - Die Behauptung angeblicher historiographischer Sachfehler des Films fußt auf widersprüchlichen oder sachlich irrelevanten Ansichten.
- Die Filmhandlung steht an keiner Stelle im Widerspruch zu Inhalten der Bibel sondern ergänzt diese lediglich auf Weisen, die man plausibel finden kann oder nicht.
- Dort, wo der Film die Evangelien aus Mythen ergänzt, wird die Frage nach eventueller unfairer Darstellung von Juden nicht berührt.

xc-3) und d-1)
Der Film zeige Römer voll Mitgefühl für Jesus, u.a. durch Pilatus, der sich einer Verurteilung widersetzt. "DIE" Juden dagegen verlangten blutdürstig in "hunderten von Massen" Jesu Tod, wobei speziell der Hohepriester Kaiphas den widerwilligen Pilatus unter Druck setze. Es sei verletzend, "geifernde Juden" zu zeigen, die vor "sadistischen Römern" die Kreuzigung verlangen. Dies könne Antisemitismus schüren. Ein dt. TV-Sekundant assistiert mit dem Urteil, der Film sei ein neuer "Jud Süß" (=antijüdischer NS-Propagandafilm).

Es ist für die seriöse Dokumentation der Vergangenheit unwichtig, wie man sie heute findet. Entscheidend ist die sachlich korrekte und objektive Darstellung. Sonst ist das Resultat auch dann wertlos, wenn es den heutigen Erwartungen gerecht wird. Der Film zeigt die von den jüdischen Hohenpriestern aufgepeitschte Jerusalemer Volksmenge entsprechend dem, was in den Ereignisberichten der Evangelien darüber gesagt wird.x(6) Dabei liegt die behauptete Einseitigkeit der Schuldzuweisung für die Hinrichtung von Jesus im Film nicht einmal vor. Das römische Wohlwollen beschränkt sich auf den getriebenen Römer Pilatus, seine mitfühlende Frau (Mt 27, 19), sowie den humanen ersten Offizier - also insgesamt drei Personen. Ansonsten, also personell mehrheitlich, sind ganze Filmsequenzen gefüllt mit Bildern von Römern in Uniform, die ihren Sadismus an dem Juden Jesus auslassen. Es werden auch nicht alle Juden als blutdürstig dargestellt, denn sonst müßte man sich fragen, welcher Nationalität die Mutter Jesu im Film war, ihre hübsche Begleiterin, sämtliche Apostel, sowie Randpublikum wie der Kreuz-Mitträger Simon, oder die mythische Figur der Veronica. Argumente wie in der oben genannten Kritik schüren den Eindruck, daß damit der Antisemitismus zwanghaft herbeigeredet werden soll, notfalls auch mit Lügen über den Film.

x - Seriöse Geschichtsdarstellungen müssen an der Sache orientiert sein und nicht daran, wie man die Sache heute gerne hätte. Hinsichtlich der Schuld am Justizmord Jesu folgt die Filmhandlung den Angaben aus den Evangelien der Bibel.
- Die Kritik angeblicher Einseitigkeit im Film ist sachlich falsch. Sie setzt wohl voraus, daß ein gutgläubiger Leser dieser Kritik den Film nicht selbst gesehen, bzw. Hirnschäden oder Sehstörungen hat.

xa-3) und c-2)
Der römische Präfekt von Judäa, Pontius Pilatus, werde im Film den historischen Tatsachen zuwider geschildert. Indem seine Rolle im Justizmord als widerstrebend und mitfühlend skizziert sei, falle für das Publikum des Films mehr Schuld auf die Juden. Tatsächlich aber sei Pilatus später sogar vom römischen Staat wegen "Unmenschlichkeit" aus seinem Amt entfernt worden, also der wahre Schuldige.

Letzteres scheint sich zu stützen auf den Beschwerdebrief "Legatio ad Cajum" des jüdischen Theosophen Philon v.Alexandria an den römischen Kaiser Caligula aus dem Jahr 39 n.Chr. Pilatus war zu diesem Zeitpunkt schon seit drei Jahren kein judäischer Statthalter mehr.x(7) Der Brief mit Kritik gegen eine Reihe von römischen Provinzgouverneuren, darunter Pilatus, dürfte ein Versuch gewesen sein, die Stellung besetzter Völker gegenüber dem Haupt der römischen Besatzer zu stärken und eine andere Besatzungspolitik zu erwirken. Weitere Hinweise werden dem Bericht des Joseph Flavius aus den Jüdischen Kriegen entnommen, wobei auch dieser Zeitzeuge vor seinem Übertritt zu den Römern jüdischer Herkunft war.
Als Schandtaten in Judäa werden Pilatus (Präfektur von 26-36 n.Chr.) vorgeworfen, daß er Münzen prägen ließ, die römische Göttersymbolik zeigen (Simpulum/Isiskult, Lituus/Auguren), so daß sie für Juden "Shatnez", also unrein waren, von ihnen also nicht angefaßt werden durften. Sein Ausstellen der römischen Feldzeichen innerhalb der Stadtmauern Jerusalems war ein Machtproblem. Für die Römer war es Ausdruck ihrer Herrschaftsautorität, für die Juden eine Gottesbeleidigung. Daß Pilatus Tempelgelder für andere Zwecke verwendete, wird ihn von den jüdischen Hohenpriestern nur dadurch unterschieden haben, daß er es nicht in die eigene Tasche steckte sondern für Staatsaufgaben einsetzte. Hinrichtungen von Juden wegen ihrer Glaubensriten wurden Pilatus zugeschrieben (Lk 13, 1).
Die Liste der weiteren jüdischen Beschwerden gegen Pilatus war lang: "unangenehm, formalistisch, stur, launisch, tyrannisch, grausam gegen Schwache, taub gegen guten Rat".
Sein Verhalten im Justizfall Jesus bestätigt dies. Er war so unangenehm, daß er dem Willen der jüdischen Hohenpriester gegen Jesus nicht folgen wollte. Er war so stur, sich an die Gesetze halten zu wollen und keinen Unschuldigen zu verurteilen. Er war so taub gegen guten Rat, daß er den Einflüsterungen von Hohepriester Kaiphas in der Jesus-Sache nicht folgend wollte. Er war so launisch, daß er dann doch Jesus zum Tode verurteilte, als eine tyrannische Grausamkeit gegenüber dem Schwächeren, nachdem eine von den Priestern aufgepeitschte Volksmenge dies verlangte. Möglicherweise kommt es hier darauf an, aus welcher Motivperspektive man die Vorwürfe gegen Pilatus zu verstehen hat.
Pilatus stammte aus einer Römerfamilie mit belasteter Vergangenheit, da vermutlich einer seiner Vorfahren der Kommandant des Samnitischen Aufstands gegen Rom im 4. Jh. v.Chr. war. Pilatus verdankte seine Karriere dem Prätorianerpräfekten in Rom, Aelius Seianus, der zur Festigung der römischen Macht eine repressive Politik in den besetzten Gebieten verlangte. Als Seianus noch vor dem Kaiserwechsel stürzte (Tiberius/Caligula = 37 n.Chr.), verlor auch sein Günstling in Judää das Amt. Warum genau und ob Beschwerden dabei eine Rolle spielten, bleibt bislang wohl Vermutung. Nach unbestätigten Gerüchten verlor sich dann die Spur des Pilatus in der gallischen Provinz.

x - Über die charakterlichen Züge und Handlungsmotive des römischen Präfekten Pilatus kann man je nach Lesart der Quellen verschiedener Ansicht sein. Im Widerspruch zu den Schilderungen des NT der Bibel steht die Darstellung des Films nicht.
- Die historischen Gründe für die Ablösung des Pilatus im Amt können bislang nur vermutet werden. Die historische Quelle dafür ist wohl ein Brief, der drei Jahre nach Ablösung von Pilatus verfaßt wurde, also schwerlich die Ursache seiner Entfernung aus dem Amt gewesen sein kann.

Justizfall

x Jenseits aller Charakterdeutung des römischen Präfekten ist für die Beurteilung der Kritik an der Filmhandlung nur entscheidend, was die historischen Zeugnisse über das Verhalten von Pilatus im Justizfall Jesus sagen. Andere als die Berichte der Evangelisten haben wir dazu nicht. Demnach sind vier Verfahren zu unterscheiden über ebensoviele Tage (Synagoge, Pilatus-1, Herodes, Pilatus-2) mit jeweiligen Einkerkerungen des Angeklagten dazwischen:x(8)

Erster Prozeß
4. April 30:
Verhaftung durch die jüdische religiöse Justiz (Mk 14,43ff.), Vorverhör durch Priester Annas (Joh. 18,19ff.), Verhör durch Hohepriester Kaiphas (Joh 18, 21).
5. April 30:
Erste Gerichtssitzung des Hohen Rates der jüdischen Synagoge, Verhandlung auf Anklage der Gottesbeleidigung. (Mk 14,55ff.)
6. April 30:
Zweite Gerichtssitzung des jüdischen Hohen Rates, Todesurteil. Übergabe an Pilatus als Inhaber der hohen Strafjustiz, weil die niedere jüdische Ordnungsjustiz keine Kapitalstrafen wie Hinrichtung verhängen konnte. (Mk 15, 1)

Zweiter Prozeß
Anklage vor und erstes Verhör durch Pilatus (Mk 15,1ff.) Die vorgeworfene Gottesbeleidigung war keine Straftat nach römischem Gesetz; Pilatus verwies den Fall an den Inhaber der örtlichen Ordnungsjustiz Herodes (Lk 23,7ff.)

Dritter Prozeß
Übergabe des Angeklagten und Verhör durch Herodes, wobei Jesus zu allem schwieg. Herodes hängte ihm zum Spott ein Gewand um und verwies ihn an den römischen Präfekten zurück (Lk 23,7ff.)

Vierter Prozeß
7. April 30:
Neue Anklage durch den jüdischen Hohen Rat: Jesus habe den römischen Kaiser beleidigt indem er sich als "König der Juden" bezeichnet im Sinne eines Aufstands gegen die Besatzung und indem er die Zahlung der römischen Steuer verboten habe. Dies, und der Aufruhr in Jerusalem veranlaßt den Präfekten zur neuerlichen Verhandlung des Falles. (Lk 22,66 und 23,2 bis 23,5)
Zweites Verhör durch Pilatus (Lk 23,13 und Mt 27,17). Folterung, Angebot der Begnadigung eines Inhaftierten zum Paschafest (Mt 27,21, Mk 15,6f.) Priesterlich aufgeputschtes Publikum wählt einen Mörder, Todesstrafe für Jesus (Mt 27,20ff., Mk 15,15ff.) Obwohl sich Pilatus mehrfach dagegen widersetzt (Lk 23,13 bis 23,25) Dazu hier auch Anmerkung (4). Verurteilung zur Todesstrafe (Mk 15,15ff.)
Kreuzigung zur "dritten Stunde" (6 + 3 = 9 Uhr). (Mk 15,25)
Tod zur neunten Stunde (= 15 Uhr). (Mk 15,34ff.)

Im Film wird dieser Ereignisablauf auf eine kürzere Zeit zusammengerafft und insbesondere die größere Zahl von Verhören und Verhandlungen in exemplarischen Skizzen zusammengefaßt. Dies kann für einen zweistündigen Kinofilm sicher kein Kritikpunkt sein, und dürfte für das politische Hintergrundmotiv der derzeit typischen Kritiker auch nichts bringen.

x - Auf der Grundlage der verfügbaren Ereignisberichte kann nicht bestritten werden, daß der Justizfall Jesus durch die jüdische Synagoge aufgebracht und vor der weltlichen Justiz vorangetrieben wurde mit dem Ziel der Hinrichtung eines eigenen Gegners.
- Sowohl die jüdische weltliche Justiz (Herodes) wie auch die Strafjustiz der Besatzungsmacht (Pilatus) wiesen erste Anklagefälle in der Sache zurück. In der Bibel wird ausdrücklich erwähnt, daß die Aufhetzung Jerusalemer Bürger durch die Synagogenpriester und deren Insistieren vor einem unwilligen aber opportunistischen Pilatus schließlich die gewünschte Todesverurteilung erwirkten.

Fazit

Der nahezu unüberschaubare Kometenschweif an passionierter Hektik hinter dem Kinostart des Jesusfilms scheint ursächlich zurückzugehen auf die unter d) Prämierten. Zumindest sind in deren Verlautbarungen seit dem Jahr 2003 bereits die späteren Inhalte der heutigen Vorwürfe zu finden. Das Motto der Organisation lautet: "For 90 years, ADL has been combating anti-Semitism and bigotry of all kinds." Nun wird "bigotry" übersetzt mit "Engstirnigkeit, Fanatismus, religiöse Intoleranz". Im vorliegenden Beispiel kann also der Eindruck entstehen, als ob diese Organisation selbst repräsentiert, was sie zu bekämpfen meint.Wohl unzufrieden mit dem Bild ihrer Ursprungskultur im Passionsfilm und unterstützt von Sekundanten verschiedener Motivik in allen Medien und vielen Ländern
x wird der Produzent politisch verdächtigt;
x wird Gewaltdarstellung kritisiert, die in anderen Filmen auch diese Kritiker nicht stört und die hier historiographisch legitimiert ist;
x wird ein europäisches finsteres Mittelalter beschworen, über dessen Verlauf und Motive kaum Kenntnis vorliegt, so daß beliebige Befürchtungen für heute und ganz andere Bedingungen formuliert werden können;
x wurde eine selbstinszenierte Prüfungskommission beauftragt, notfalls auch mit unwahren Angaben über den Film Gestänker zu produzieren, das gezielt Publikumssegmente abschreckt;
x werden andere sachlich falsche oder irrelevante Behauptungen zur Kritik verbreitet;
x wird historiographische Unkorrektheit in der Filmdarstellung bemängelt, wobei letztlich nur eine andere mögliche Ausdeutung geschichtlicher Fakten zugrunde gelegt wird als im Film.Wer immer auf jüdischer Seite sich durch die Konfrontation mit der Ereignisgeschichte seiner Ursprungskultur auf den Schlips getreten fühlen sollte, und wer immer sich dieses Problem zu eigen macht, wird wohl damit leben müssen, daß die Dokumentation von Fakten zu einem historischen Gegenstand Vorrang hat vor medienpolitischen oder ideologischen Bedürfnissen an Geschichtsberichte. Zumindest stehen gerade jene Darstellungsaspekte des Passionsfilms, gegen die sich jetzt Kritik wendet, in Übereinstimmung mit dem derzeitigen Kenntnisstand zur Sache. Oder sie sind als Ausdeutungen, bzw. Mythenübernahmen zumindest kein faktischer Gegensatz dazu. Aus einer theologischen Sicht mag man die historischen Ereignisse deuten wie man will. An der Faktizität der Ereignisse ändert das nichts.

Belege


x(1)ADL - Bei diesem inzwischen weltweit operierenden politischen Netzwerk handelt sich um die 1913 in den USA gegründete jüdische Organisation "Anti-Defamation League" (ADL). Sie war ursprünglich nur zur Wahrung jüdischer Interessen im Vielvölkerstaat USA aufgetreten, hat sich dann aber im Sinne besserer Akzeptanz ihrer Forderungen zumindest formal auch die Vertretung von anderen Minoritätenbedürfnissen in anderen Ländern zum Ziel gesetzt. (www.adl.org/Interfaith/gibson_qa.asp)
"We were saddened and pained to find that 'The Passion of the Christ' continues its unambiguous portrayal of Jews as being responsible for the death of Jesus. There is no question in this film about who is responsible. At every single opportunity, Mr. Gibson's film reinforces the notion that the Jewish authorities and the Jewish mob are the ones ultimately responsible for the Crucifixion. ... We are also concerned about those who already are disposed unfavorably toward Jews and will use this to fan the flames of hatred."
1) "The images there show Romans who behave with compassion toward Jesus. The Roman governor, Pontius Pilate, constantly expresses his reticence to harm Jesus. The Jews, on the other hand, are depicted as blood-thirsty. The Jewish High Priest, Caiaphas, is shown as bullying Pilate, and the hundreds and hundreds of amassed Jews demanding Jesus' death."
2) "There will be many people who are not so familiar with the Gospel narratives and might believe that everything they see on the film derives directly from the New Testament. Much of what is on the screen is Mr. Gibson's artistic vision and finds its genesis in extra-Biblical sources. ... A committee of nine Jewish and Catholic scholars studied an early screenplay and unanimously found it to be historically inaccurate, unfaithful to the gospel narratives and to project a uniformly negative picture of Jews. Mr. Gibson and his Icon Productions were aware of and approved of the script study until they received its conclusions."


x(2) Mitsprache
ADL: "We have repeatedly tried to reach out to discuss this with Mr. Gibson. ADL continues to hope that Icon Productions will respond positively to our numerous requests to work constructively with Mr. Gibson to ensure a responsible and accurate film."
Brief: March 24, 2003 / Dear Mr. Gibson / Based on initial media reports, we have serious concerns about the film you are currently making about the last hours of the life of Jesus, "The Passion," and would like to be assured that it will not give rise to the old canard of charging Jews with deicide and to anti-Semitism. Passion plays have an infamous history of leading to hatred, violence and even death of Jews. Given your talent and celebrity, how you depict the death of Jesus will have widespread influence on people's ideas, attitudes and behavior towards Jews today. The Catholic Church has confronted its tradition of teaching of contempt for Jews and its charge of deicide leveled against the Jewish people and unequivocally repudiated both. The Church understands that only teachings which promote understanding and reconciliation toward the Jewish people can represent religious truth and the word of God. As a respected international movie icon, you have a great responsibility in the message ultimately promoted by the film, one we hope that is positive. We look forward to your response on this urgent issue. / Sincerely, Abraham H. Foxman National Director."


x(3) Einladung, ein Brief:
"Friday, January 30, 2004 / Dear Mr. Foxman, / Please allow me to begin by thanking you for your latest missive, which as always, is expressed in the most lucid and eloquent of terms. You are right in mentioning that "diplomacy by press-release is no diplomacy at all" and it is my sincerest of regrets that events conspired for us to just miss each other when we both recently happened to be in Orlando. You are a man of integrity and a man of faith and I do not take your concerns lightly. It is my deepest belief, as I am sure it is yours, that all who ever breathe life on this Earth are children of God and my most binding obligation to them, as a brother in this waking world, is to love them. I hope and I pray that you will join me in setting an example for all of our brethren; that the truest path to follow, the only path, is that of respect and, most importantly, that of love for each other despite our differences. Yours with the kindest of regards, Mel Gibson."

x(4) Szenenänderung, Schuldverantwortung:
Die zensierte Passage des Films war eine Szene, in welcher die jüdische Volksmenge die Schuld für die Hinrichtung Jesu auf sich nimmt mit dem Ruf "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder." Dies stammt aber wörtlich aus dem NT der Bibel, die nicht zensiert ist - siehe Anmerkung-6.


x(5) Verfälschtes Interview:
"In an interview for Reader's Digest, Peggy Noonan, the ex-Reagan speechwriter, asked him: "You're going to have to go on the record. The Holocaust happened, right?" Gibson's response: "I have friends and parents of friends who have numbers on their arms. The guy who taught me Spanish was a Holocaust survivor. He worked in a concentration camp in France. Yes, of course. Atrocities happened. War is horrible. The Second World War killed tens of millions of people. Some of them were Jews in concentration camps. Many people lost their lives. In the Ukraine several million starved to death between 1932 and 1933. During the last century 20 million people died in the Soviet Union."

x(6) Volksmenge in Jerusalem: Mt 27, 20: "Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten die Volksmengen, daß sie den Barabbas forderten, Jesus aber umbrächten."
Mk 15,9 bis 15, 13: "Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden losgebe? Denn er wußte, daß die Hohenpriester ihn aus Neid überliefert hatten. Die Hohenpriester aber wiegelten die Volksmenge auf, daß er ihnen lieber den Barabbas losgebe. Pilatus aber antwortete wieder und sprach zu ihnen: Was soll ich denn mit dem tun, den ihr den König der Juden nennt? Sie aber schrien wieder: Kreuzige ihn!"
Mt 27, 24f.: "Als aber Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern vielmehr ein Tumult entstand, nahm er Wasser, wusch seine Hände vor der Volksmenge und sprach: Ich bin schuldlos an dem Blut dieses Gerechten. Seht ihr zu! Und das ganze Volk antwortete und sprach: Sein Blut [komme] über uns und über unsere Kinder!"
Lk 23, 23: "Sie aber setzten ihm zu mit lautem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt werde. Und ihr Geschrei nahm überhand."


x(7) Historische Gestalt Pilatus
Siliato, Maria G.: Und das Grabtuch ist doch echt. Augsburg 1998, S. 264ff.

x(8) Prozeßfall Jesus
Läpple, Alfred: Die Bibel heute. München 1972, S. 170 mit Sammlung der Textstellen NT.
Veröffentlichung: März 2004
+Nr.45: FolterkunstNr.47: Selbstwiderlegend+
 
13.03.2018-00 Impressum 1,76
x
System: PUBLIU
Sepp Depp: Prämie für Falschangaben zur Geschichte: Redaktionell ausgewählte Webseite auf onlinestreet.de
Sepp Depp: Prämie für Falschangaben zur Geschichte: Redaktionell ausgewählte Webseite auf wogibtes.info

 

®