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Sepp DeppPrämie für Falschangaben zur Geschichte
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Disput

Ein universitäres Beispiel von Agitation gegen Meinungsfreiheit in der Wissenschaft

Theo BenderUni KoblenzHerr Bender trägt Braun:
02.07.02 / Uni Koblenz-Landau an K.G.
Sehr geehrter Herr G.,
wie wir feststellen mußten, unterhalten Sie auf unserem Server Seiten zum Thema Hexen, auf denen sich auch Links zu Seiten von Dr. Dietmar Nix befinden. Auf den Seiten von Dr. Nix befinden sich Links zu anderen Seiten von Dr. Nix, die tendenziöse und revisionistische Inhalte haben. Die Universität Koblenz-Landau hat keinerlei Interesse daran, daß sich auf Seiten ihrer Domains (uni-koblenz-landau.de, uni-koblenz.de und uni-landau.de) Links zu Inhalten dieser Art befinden. Daher möchte ich Sie bitten, alle Links zu Seiten von Dr. Nix zu löschen.
freundliche Grüsse
Bender
****************
Theo Bender / Universität Koblenz-Landau / Präsidialamt Mainz / Referat 12: www-Betreuung / Tel: +49-6131-3746036 / Fax: +49-6131-3746040 / Mail: bender@uni-koblenz-landau.de


18.07.02 / K.G.
Es widerstrebt mir, die Sache auf sich beruhen zu lassen, denn sie hat inzwischen zu dem Verlust eines herausragenden Angebots seriöser Information zu unserem Thema geführt, der Nixschen Hexenjagd-Seiten. Diese wurden wohl im Zusammenhang mit den Umtrieben von Oliver Friedman ohne Begründung und Benachrichtigung von Nix seitens der Uni K. entfernt (während die am ehesten beanstandenswerten Seiten auf privatem Netzplatz von Nix nach wie vor im WWW zugänglich sind). Nix hat sich hier nicht, nur in privater Mail geäussert: er wolle das Angebot nicht aufrechterhalten, sondern Interessenten in privater Mail über die Hintergründe aufklären. Mich selbst hat auch schon eine Frage aus dem Teilnehmerkreis der Liste nach dem Verbleib der Seiten erreicht. Zwar hat sich mein Linkproblem dadurch erledigt, aber ich wäre dafür, die Diskussion in die Liste zu geben. Ich nehme aber gern Voten zum neuen Stand der Dinge aus dem Beirat zur Kenntnis, insbesondere auch von E.M und R.V., die bisher nicht Stellung genommen haben.

18.07.02 / E.M. an K.G.
To the extent that I've kept up with this dispute, it seems to me that there are at least two issues. One is whether the University of K. (or any other university) should try to regulate professional discussions or displays of serious matters. I would lean to the negative here, and be in favor of open rather than controlled discussions. The other major issü is whether it is legally permissible to control discussion. I think that in Germany certain political matters (especially neo-Nazi discussions) are forbidden or very sharply controlled and limited. That is evidently why the neo-Nazis hang out (and sell their stuff) in Denmark. Germany does not obviously have an American First Amendment. But even in America, there are circumstances in which it is legally permitted to censor discussions or internet exhibitions (pornography, child-pornography in particular; terrorism and threats to national security; etc.) If what the authorities have done is legal, one can still rightly raise the question whether it is a good idea for a university to censor whatever material Mr. Nix has on his website. I do recall a case from some 15 years ago when an American university dismissed a professor for calling the Holocaust into question. That was controversial at the time because of the issues regarding academic freedom and freedom of speech, even though everyone who reviewed the case agreed that the professor in question was wrong (or completely wrong and even duplicitous). Am I seriously misunderstanding the issues?

Friedman18.07.02 / D. Nix an K.G.
Wie im Internet zu finden ist, scheint es sich bei "Oliver Friedman" um einen Hamburger Fernsehproduzenten zu handeln. Dieser hat sich inzwischen auch schriftlich an die Uni D. gewandt mit der Forderung, mir meine Promotion abzuerkennen. Ich erhalte dazu Informationen von dort. Vielleicht ist man bereit, das Material von Friedmans Umtrieben offenzulegen. Ich kann bis jetzt nur vermuten, daß hinter diesen Umtrieben die TV-Connection steht, wobei es Schnittmengen in die Reemtsma-Ecke geben dürfte. Auslöser sind somit also meine Kritiken zu Medienprodukten, speziell TV-nahen. Es wäre möglich, daß O. Friedman an der Produktion von Sendungen beteiligt war, die ich kritisiere. Für ihn ist das dann auch ein wirtschaftlicher Faktor. Der schmierige Michel und O. Friedman scheinen Verwandte zu sein, beide sind kürzlich in Hamburg öffentlich aufgetreten.

19.07.02 / D. Nix an E.M.
- Universities involved: as far as I get the background, no official in university would ever be interested in raising, monitoring or moderating such a delicate discussion. Lots of branches in our universities depend on the money they receive by political decisions so are dependend to the corresponding expectations. It is custom to "dry out" study matters of few political interest by cutting-off the money they need. Therefore discussions of political concern are of no use in university. It is not possible to have them honest.
- My witch-hunt site became erased AT K. university, not BY. There is a small institute running its own business on the web, apart from central management. The offering of webspace for current or former employees has no formal rules. If they don´t like something they can easily erase accounts without any decision or discussion, that is their privilege. It is likely that a training student did that on own decision, after beeing triggered by this certain TV-producer from Hamburg.

19.07.02 / J.B. an K.G.
Neugierig wie ich bin, hab ich mich da gleich reingeklickt und dann oft gelacht und viel gelernt. Von der Filmkritik war ich begeistert. Ich kenne den Film nicht (war zuletzt im Kino mit meinen Kinder in 'Dschungelbuch' vor 20 Jahren. Mag nicht wenn mir Gefühle transplantiert werden sollen). Aber Beschreibung des Films wie die Filmkritik haben mich gepackt. Ja, da mag manchmal der Eindruck aufkommen, da schreibt einer, der sich in seinem 'Deutscher sein' verletzt fühlt. Wer ist das nicht? Ich empfehle jedem, zu dem Thema mal eine Aufstellung nach Hellinger zu machen und sich dort die Väter und Großväter anzuhören! Insgesamt finde ich die Idee 'Sepp Depp' köstlich.
In einem der 'Fazit' fand ich
"..., muß offenbar selbst eine Absurdität aufgrund dieser Herkunft dem Publikum als unangreifbar verkauft werden. Die äußerst zweifelhaften Resultate entsprechender Fachbeiträge sind kein Ergebnis gründlicher Prüfung des Zusammenhangs sondern standen offenbar schon fest, ehe die Prüfung überhaupt begann. Die entsprechend bemühten Geister zeigen mehr Mut als Kompetenz bei ihrer Jagd nach dem Beifall des Zeitgeistes und streifen mit ihren teilweise hilflosen bis sachlich irrigen Argumentationsklimmzügen die Grenze zur Peinlichkeit."
Ja, so isser, Dietmar Nix, ein Streiter für die Wahrheit, ein Historiker, der glaubt was er sagt und das sagt in der ihm gebotenen Schärfe und Unmißverständlichkeit - und da steht ihm viel zu Gebote. Ich liebe das. Und ich kenne das, wenn die so Angegangenen aufheulen, mit noch mehr Peinlichkeiten.
1) Rechtsextremes oder Antisemitisches habe ich nicht entdecken können. Wer abseits von den Medienaufgeregtheiten eine tiefere Einsicht in diese beiden Begriffe kriegen will, sollte sich von Arno Grün "Rettet die Demokratie" und "Der Fremde in uns" reinziehen. Aber manches fand ich, das möglicherweise solche Medien-Kühe gegen den Strich bürstet. Was davon falsch oder richtig sei, wenn es denn sowas überhaupt gäbe, müssen die Historiker unter sich entscheiden. (Wenn man sie denn ließe, wie Dein Friedmann zeigt (Name als Schicksal?).
2) Strafbare Inhalte? Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand. Mir ist nichts dergleichen aufgefallen (...)
3) Klar, ich darf A wegen B nicht zitieren, wenn ich den Boten nicht von der Botschaft unterscheiden kann oder will. Nur, ist das 'wissenschaftlich'? Wohl kaum. Wenn ich auf alle Erkenntnis verzichten wollte, die aus der Feder eines Menschen stammt, den jemand für einen Fiesling hält, vermutlich käme ich statt eines Zimmers mit einem Schränkchen aus. Wäre gut bei meinen Umzügen, aber nicht für mich und nicht für die Entwicklung von weiterer Erkenntnis. Hier im Internet kann man mal schnell reinklicken. Und sich aufregen! Ein Buch zu holen und dann auch noch zu lesen, macht Mühe. Setzt Interesse am vermuteten Inhalt des Buches voraus. Interesse setzt zumindest Ansätze von Kenntnis über den vermuteten Inhalt voraus. Hohe Hürden. Internet ist ein Spontaneitätsmedium. Unwissenheit macht mutig und schreckt vor keiner Peinlichkeit zurück.
Nix schreibt an einer Stelle:
"...Das genannte Zitat ist ein Beispiel dafür, daß der Transport von weltanschaulichen Urteilen im Rahmen einer historiographischen Darstellung leicht zu unseriösen Resultaten führt. Grundlegende Datierungen und Fakten zeigen, daß die behauptete zeitliche Entwicklung der Religionen abwegig ist. .."
An anderer Stelle
"...Zwar lasse ich mir meinen christlichen Glauben nicht nehmen, aber ich kann genug Beobachtungdistanz gewinnen, um zu sehen, daß Theologie nahe an Ideologie steht und gerne mal Fakten oder Logik umbiegt oder in Wortschaum ertränkt, wenn es dann besser zum gewünschten Zweck paßt. .."
"..Auch ohne seinen eigenen persönlichen Glauben zu verleugnen, kann man es schaffen, in einer Fachfrage andere Maßstäbe anzulegen, als man sie innerhalb des eigenen Glaubens anlegt."

Und irgendwo vergleicht er den Historiker mit einem Kriminalisten. Das trifft seinen Standpunkt wohl am besten. Doch der ist darauf aus, sich mit gleichsinnigen Historikern auszutauschen, auch zu streiten. Aber nicht mit 'Meinungsführern' oder wer sich dafür berufen fühlt. Von denen wimmelt es im Internet. Das ist eine andere Liga, wo die spielen. Da hat er Pech und er kann sich nicht da raushalten oder er müßte nur Bücher schreiben. Oder nichts über die neuere Geschichte. Die herrschenden Regeln sind immer die Regeln der Herrschenden, erinnere ich aus APO-Zeiten.

23.07.02 / Y.W.
Die Entfernung der Seiten ist wahrlich skandalös. Sie sollten sich wehren. (Ob auf juristischem Wege sei dahingestellt.) Aber doch immerhin durch das Erzeugen von öffentlichkeit. Wenn Sie Kontakte zu TV-Sendern (ARD, ZDF) benötigen, kann ich gern helfen. The interest in encouraging freedom of expression in a democratic society outweighs any theoretical but unproven benefit of censorship. (U.S. Supreme Court am 26. Juni 1997 zur Verfassungswidrigkeit des amerikanischen Decency Act.) Wird so auch seit Jahren explizit vom führenden deutschen Experten für Internet-Recht vertreten: Prof. Ulrich Sieber, Würzburg/München. Freilich ist man auf diesem Ohr in Deutschland gerne taub. Und bei dieser Diskussion geht es vor allem um strafbewehrte Inhalte, nicht etwa darum, ob dem Herrn Oliver Friedman, den ich nicht kenne, irgendetwas nicht passt.

23.07.02 / L.P.
Ich habe für meine Veranstaltungen sehr oft auch die Seite von Dietmar Nix zugegriffen und finde es einmal wegen der Qualität der gelöschten Seiten aber auch aus grundsätzlichen Bedenken (Zensur) unvertretbar, daß so etwas geschieht. ... Ich würde Herrn Nix bitten, sich zu äußern, ob er es für sinnvoll hält, wenn man eine Aufruf gegen die Streichung an die Uni K. sendet oder ob er überhaupt etwas jetzt wünscht.

24.07.02 / E.L.
Ich empfinde den ganzen Vorgang als Angriff auf die Freiheit der Forschung und der Meinungsäußerung. Können wir nichts unternehmen?

30.07.02 / D. Nix
Rechtsbehelfe
Ich halte nichts davon, die Justiz hilfsweise in einer Sache zu bemühen, die juristisch kaum greifbar ist. Es sollte sich vermeiden lassen, letztlich mit den gleichen Mitteln zu arbeiten, wie die ideologischen Fanatiker in unserem Lande. Der Vorwurf von "Rechtsextremismus/Revisionismus" ist inzwischen fast so beliebig wie "Hexe" oder "Zauberer", jedenfalls juristisch nicht exakt definiert. Vielleicht werden zur Abhilfe aber bald "Nazi"-Proben eingeführt und eventuell kann man sich im niederländischen Oudewader auf einer Waage wieder mal per Körpergewicht von Verdacht freikaufen. Ich kann nicht zugleich dem Medienmacher Friedman vorschreiben, was er als politisch verdächtig bezeichnen darf und zugleich beklagen, daß hier Meinungsfreiheit in Gefahr ist. Schuld liegt hier noch weniger bei daherschwätzenden Polit-Fanatikern, sondern darin, wie willfährig man auf sie hört. Auch in Universitäten, wo doch angeblich das selbständige, verantwortungsbewußte Denken gepflegt werden soll.
Medien
Die Umtriebe gegen meine Internet-Artikel kommen aus der Medienbranche selbst. Ich zweifele daher, ob Journalisten Courage genug haben, hier ein Thema zu finden. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, begebe mich aber nicht auf die Suche danach, weil ich sinnlose Suche für vergeudete Zeit halte.
Freiheit der Forschung
gibt es zumindest in unserem Lande nicht mehr. Dies betonte der Betreuer meiner Magisterarbeit, Prof. J. Rathofer † in K. In seinem Institut für alte dt. Sprache wurden Themen behandelt, die nicht zum politischen Zeitgeist paßten. Zudem hatte er 1968 versäumt, sich auf die "richtige Seite" zu schlagen. Deshalb wurden ihm Mittel gekürzt und seine Stelle als "kw" gebucht (künftig wegfallend). Er konnte fast jeden Monat im Seminar über neue polit. Schikanen seiner Arbeit berichten. Um Interesse für die Themen seines Fachgebiets zu wecken, veranstaltete er vor seiner Emeritierung eine Ausstellung von Faksimiles wie dem Codex Manesse, dem Evangeliar Heinrichs des Löwen u.v.a. wertvollen Stücken aus seinem Privatbesitz. Alleine die Versicherungskosten waren immens, da nur das Evangeliar einen Kaufpreis von 34.000 DM hatte. Ihm wurde zugemutet, alles selbst zu organisieren, Assistentenstellen wurden ihm nicht mehr zugestanden. Alle Kosten einschließlich Versicherung mußte er selbst bezahlen. So sollte sichergestellt werden, daß er freiwillig auf sein Vorhaben verzichtet, und kein Student mehr Kontakt zu dieser Kultur erhält. Die Ausstellung fand dennoch statt und fand großes Interesse. Man sollte vielleicht ergänzen, daß auch die Uni K. über Mittel der Landesregierung *** finanziert wird. Es ist also wenig wahrscheinlich, daß ein Protest an dieser Universität offene Ohren findet.
Reaktionen
Ich halte es für müßig, zu erwarten, daß solchen Angriffen auf die Forschungs- und Meinungsfreiheit hierzulande noch ernsthaft begegnet werden kann. Dazu ist es nach meinem Eindruck schon zu spät. Es wurde zu lange vor allzu Offensichtlichem geschwiegen. Sinnvoll wäre allerdings der Appell an das Gewissen. Man könnte zeigen, daß man solche Fälle bemerkt, und daß sie sich nicht im Schweigen feiger Mehrheiten vertuschen lassen. Ich schreibe meine Artikel über den Mißbrauch von Geschichtsthemen auch nicht, weil ich denke, daß ich damit etwas ändere. Ich schreibe sie, damit ich später mal eine Antwort habe auf die Frage, was ICH denn getan habe, als ich Mißstände gesehen habe. Über die möchte ich gerne herzhaft meckern können und kann das nicht, wenn ich mir vorwerfen lassen muß, selbst auch nicht mutiger gewesen zu sein als eine schweigende Mehrheit.

02.08.02 / T.L. an L.P.
Ich bin nach dem Hinweis von Herrn K.G. und Ihrem Protest den Seiten von Herrn Nix etwas nachgegangen, da ich seine Hexenseiten bisher durchaus als empfehlenswert fand. Unter seiner Adresse fand ich dann aber andere Beiträge, die den Vorwurf des Rechtsextremismus leider sehr verständlich werden lassen. Gucken Sie sich doch bitte mal an auf seiner Seite: Geschichtsirrtümer in Medienbeiträgen folgende Beiträge: "Besatzungszeit": Das ist eine Verfälschung der reeducation-Praxis. "Wannseekonferenz" halte ich für eine skandalöse Verharmlosung. Den Beitrag "Holocaust" zumindest für obskur, ebenso wie "Kriegsmathematik" (zu Stalingrad). Das ist doch sehr fragwürdig und hat Nähe zu rechtsradikalen Publikationen. Auch seine Filmkritik zu Spielberg: "Soldat Ryan" geht sehr auf diese rechten Argumentationsmuster der Verharmlosung ein. Ich bin über meine Funde selbst verblüfft, würde dann aber doch die Streichung dieser Seiten für richtig halten. Muss man seine Hexenseiten jetzt anders lesen?

02.08.02 / K.G. an T.L.
Da Sie mich persönlich ansprechen, will ich ein Wort in dieser gewiss extrem heiklen Angelegenheit wagen.
Herr Nix war sicher nicht gut beraten, auf der Seite, auf der er die Zensur seiner Hexenjagdseiten darstellt, die mitunter wenig erträglichen Angebote, die zur Löschung seiner Seiten geführt haben, zu verlinken. Ich teile die Meinungen von Herrn Nix auf den inkrimierten Seiten keineswegs, bin aber der festen überzeugung, man muss ungeachtet der durch Hyperlinks gegebenen Vernetzung des digitalen Raums das eine vom anderen trennen. Wenn Herr Nix in einer gedruckten Publikation extreme Ansichten vertritt, darf oder muss ich dann seine anderen "seriösen" Arbeiten mit einem Bannfluch belegen, darf ich sie nicht mehr zitieren? Das kann nicht sein. Müssen wir ihn jetzt als Aussätzigen behandeln, ihn aus unserer Gemeinschaft ausstossen wie einen räudigen Hund? Er hat hier manchmal starke Worte gebraucht, die manchen nicht gefallen haben, aber auf der anderen Seite hat er sich ungemein hilfsbereit verhalten und sich um diese Liste in vielfacher Hinsicht verdient gemacht. Bei aller Anstössigkeit und ohne daß ich dem verschwörungstheoretisch akzenturierten Trotz von Herrn Nix, der bei seiner Kritik des Political-Correctness-Wahns weit über das Ziel hinausschiesst, das Wort reden möchte: Wir haben hier in der Bundesrepublik die Meinungsfreiheit, die durch Artikel 5 GG abgesichert wird. Diese wird durch andere Gesetze wirksam eingeschränkt, aber hat Herr Nix tatsächlich in irgendeiner Hinsicht gegen Gesetze verstossen, als er missliebige und für die meisten von uns anstössige Ansichten äusserte? Ich möchte bezweifeln, daß dies der Fall ist. Die kommentarlose Entfernung seiner fachlich zuverlässigen und meines Erachtens gänzlich unanstössigen Hexenjagd-Seiten sind meines Erachtens in der Tat eine unzulässige Zensur.

03.08.02 / D. Nix Kommentar zu T.L.
Argument 1:
- Unter seiner Adresse fand ich dann aber andere Beiträge, die den Vorwurf des Rechtsextremismus leider sehr verständlich werden lassen.
WC: Wohl caum, denn auf DIESER Seite sind nur hexenfachliche Themen verlinkt, die der Kritiker wohl selbst zuvor als unbedenklich eingestuft hat.
Argumente zu 2:
- Besatzungszeit: Das ist eine Verfälschung der reeducation-Praxis.
Der Kritiker hat sich wohl nicht näher mit diesem Thema befasst, sonst hätte er inhaltlich vielleicht etwas zu sagen. Ich kenne das Thema von Quellenstudien und der Betreuung einer Diss. Wir können gerne ins Detail gehen. Welchen Fachbezug hat übrigens der Kritiker für diese dahergeredeten Wertungen?
- Wannseekonferenz halte ich für eine skandalöse Verharmlosung.
Hält aber ansonsten kein Argument in der Hand. Wir können dies ebenfalls am Detail näher betrachten; doch ist dies kaum ein Thema dieses Forums. Die Einlassungen des Kritikers hier sind übrigens eine Verharmlosung der Unterdrückung von Meinungsfreiheit.
- Den Beitrag "Holocaust" (halte ich) zumindest für obskur
Wie üblich: kein Argument in der Sache, lohnt keinen Kommentar.
- ebenso wie Kriegsmathematik (zu Stalingrad)
Ehrlicherweise wird hier zur Sache da nun rein gar nichts mehr gesagt, ich kenne das.
Argument 3:
- Das ist doch sehr fragwürdig und hat Nähe zu rechtsradikalen Publikationen
Ich vermute den Kritiker in der Nähe zum Rechtsradikalismus, da er keine Sachargumente sondern nur Wertungen und Verdächtigungen zu bieten hat.
Argument 4:
- Auch seine Filmkritik zu Spielberg: Soldat Ryan geht sehr auf diese rechten Argumentationsmuster der Verharmlosung ein
Ich finde kein Argument in der Sache, nur Gefühlswertung. Das Muster beim Kritiker: "Meine Meinung ist alles was orthodox ist, und was nicht dazu paßt, ist verdächtig. Warum weiss ich auch nicht." Oh schöne neue Welt??
Argument 5:
- Ich bin über meine Funde selbst verblüfft

Ich nicht.

03.08.02 / D. Nix Kommentar zu K.G.
- Herr Nix war sicher nicht gut beraten, auf der Seite, auf der er die Zensur seiner Hexenjagdseiten darstellt, die mitunter wenig erträglichen Angebote, die zur Löschung seiner Seiten geführt haben, zu verlinken.
Ich bin es gewohnt, bei der Diskussionen einer Sache nicht auf Befindlichkeiten oder Erträglichkeiten zu achten, sondern auf die Sache. Mir ist aber bekannt, daß dies zumeist hier und heute als unerträglich empfunden wird, da Realitäten und gängige Traumwelten so schwer in Einklang zu bringen sind. Insoweit betone ich ausdrücklich die "anstößigen" Darlegungen. Daß wir uns hierzulande schon gegen Unterdrückungen von Bürgerrechten wehren müssen, zeigt mir deutlich, daß man "Anstößiges" dieser Art viel früher hätte sagen müssen.
- Wenn Herr Nix in einer gedruckten Publikation extreme Ansichten vertritt,
Aha, nun auch Nixtremismus im Gedruckten. Wo wäre das z.B. zu finden ?? Ich bin immer sehr interessiert an Büchern, die ich geschrieben haben soll, bislang jedoch noch nicht kenne.
- Bei aller Anstössigkeit und ohne daß ich dem verschwörungstheoretisch akzenturierten Trotz von Herrn Nix
Wer weiß? Vielleicht bin ich ja "Trotzkist"? Man braucht keine Verschwörungstheorien um eine Bündelung eines gewissen Zeitgeistes, seine Motive, Aktivisten und Nutznießer zu erkennen. Im Grunde ist dies wohl auch jedem bewußt, ebenso, daß man darüber üblicherweise nicht spricht.
- der bei seiner Kritik des Political-Correctness-Wahns weit über das Ziel hinausschiesst
Seltsamerweise hat noch niemand bei der "political correctness". von Extremismus gesprochen, oder daß diese über ihr Ziel hinausgeschossen sei. Ich bin auch immer noch auf der Suche nach dem Weltdefinator für Ziele, damit ich auch mal die richtige Zielorientierung erhalte.

02.08.02 / K.G.
Im Web besteht die Möglichkeit sogenannte Polls (Umfragen) durchzuführen. Ich habe - als Experiment - bei einem Gratisanbieter solcher Polls nun für uns eine solche Umfrage zum Thema "Zensur?" eingerichtet. Sie soll denjenigen, die sich nicht in der Liste äussern möchten, die Möglichkeit geben, ihre Meinung trotzdem in vollkommen anonymer Form zum Ausdruck zu bringen. Niemand ist gezwungen, daran teilzunehmen, aber ich würde mich freuen, wenn auf diese Weise ein gewisses Meinungsbild hergestellt werden könnte.

03.08.02 / K.G.
- Aha, nun auch Nixtremismus im Gedruckten. Wo wäre das z.B. zu finden ?? Ich bin immer sehr interessiert an Büchern, die ich geschrieben haben soll, bislang jedoch noch nicht kenne.
Wie aus dem Kontext wohl zweifelsfrei hervorgeht, handelte es sich um ein fiktives Beispiel, es hätte aber vielleicht besser der Konjunktiv "verträte" gewählt werden müssen.

03.08.02 / L.P.
Vielen Dank für die Hinweise, auch für die verschiedenen Links. Ich muß zugeben, die auf den Seiten zum 2. Weltkrieg vertretenen Ansichten überhaupt nicht teilen zu können, ich habe mich auch wissenschaftlich mit dem 2. WK beschäftigt und stelle hier eine deutliche und verharmlosende Darstellung bei diesen Beiträgen, aber auch beim Beitrag zum Reichstagsbrand fest. Ich kann diese Inhalte keinesfalls unterstützen. Ich bin allerdings mit Dr. K.G. der Meinung, daß die unkommentierte Streichung der Hexenseite, die von den Studierenden der Übung oft und mit Gewinn genutzt worden ist und wo ich Aussagen mit starker Rechtstendenz nicht habe finden können, nicht gerechtfertigt sind. Das man auch hier über die oder jenes (etwa den selbst durchzuspielenden Prozeß) streiten kann, ist mir wohl bewusst, aber es ist doch sehr bedauerlich, daß gerade diese, m.E. wertvollen Seiten gestrichen werden.

04.08.02 / D. Nix Kommentar zu L.P.
- ich habe mich auch wissenschaftlich mit dem 2. WK beschäftigt und stelle hier eine deutliche und verharmlosende Darstellung bei diesen Beiträgen, aber auch beim Beitrag zum Reichstagsbrand fest. Ich kann diese Inhalte keinesfalls unterstützen.
WAS wird hier verharmlost ??? Die hier geäusserte Ansicht legt implizit zugrunde, es sei Aufgabe der Historiographie, dem gläubigen Volke Moral-Lehren über Harmlose und Nicht-Harmlose zu vermitteln. Nur so wären entsprechende Moral-Kategorien in diesem Rahmen überhaupt zu etablieren. Wer so denkt, ist in der Wissenschaft falsch. Diese ist etwas anderes als z.B. die Berufe von Lehrern, Journalisten, Priestern und Politikern. Wer sich zur Predigt berufen fühlt, wechsele doch bitte in die entsprechenden Branchen. Wohlgemerkt: ich habe schon einen Glauben, für die neopagane Betroffenheitsreligion ist dabei kein Platz mehr.
Es ist polizeilich ermittelt, wer den Reichstagsbrand gelegt hat und daß es keine weiteren feststellbaren Hintergründe gibt. Präzisere Untersuchungen als diese sind mir nicht bekannt. Es ist nicht akzeptabel, wenn wir heute aus offenkundigen politischen Interessen eine andere Sicht der Fakten untergejubelt erhalten, die sich auf nichts weiter stützt als auf spekulative Erfindungen, rhetorisch geschickt präsentiert wie vermeintliche Tatsachen. Nach meiner Auffassung ist es keine Empfehlung für Historiker, dies zu unterstützen und sei es auch nur durch Schweigen wider besseres Wissen. Wir dürfen uns dann nicht wundern, wenn Parteigänger immer neue Grenzen austesten, wie weit man mit Verbiegungen von Fakten zu eigenem Nutzen noch gehen kann, ehe mal Kenner Widerspruch einlegen.
Ich meine, auch zu anderen Themen der ersten Hälfte 20. Jh. meine Ansichten durch Fakten gestützt zu haben. Sofern diese Fehler enthalten sollten, bin ich für Hinweise dankbar. Sofern diese keine Fehler enthalten, interessiert es mich nicht, wer die Publikation oder Rezeption dieser Fakten gutheißt und unterstützt oder auch nicht. Immerhin ändert dies so oder so nichts an den Tatsachen. Wer meint, daß diese anders seien, der biete Belege oder suche ein Publikum, das es weniger genau nimmt.
Ich hätte mir zwei Jahre Arbeit am Hexenthema sparen können, wenn nicht z.B. die langjährigen Kenner der Materie über Jahrzehnte so servil "zurückhaltend" mit ihren Kenntnissen öffentlich vertreten gewesen wären. Natürlich hatte ich auch die gängigen Irrtümer im Kopf, als ich mit der Arbeit an meiner Diss begann. Dann erhalte ich eine Quelle, die diese Ansichten widerlegt. Und meine, etwas ganz Tolles entdeckt zu haben. Und dann komme ich auf eine Frühjahrstagung des AKIH, um dort zu erfahren, daß man dies auch alles schon seit Jahrzehnten weiss, die Öffentlichkeit aber nicht.
Wofür zahlen wir eigentlich Steuergelder zum Unterhalt von Forschung und Lehre, wenn deren Beauftragte kaum mehr leisten, als mit schönen Ausreden zu begründen, daß sie nur "unterstützen können", was herrschende Ansicht ist wider die Fakten?? Besten Dank, wenn wir sowas wollen, können wir uns besser am Büdchen eine Zeitung kaufen: die sagt das gleiche und ist volkswirtschaftlich billiger.

03.08.02 / N.F. an D. Nix
Nachdem ich gesehen habe, welcher rechtsradikale Mist auf Ihren Webseiten verbreitet wird, habe ich auch verstanden, warum das Rechenzentrum der Uni K. Ihre Hexenseiten vom Server geworfen hat. Die Tatsache, daß die braune Sauce hier mit wissenschaftlicher Crème Fraiche verbessert wird, macht aus ihr noch kein Health Food. Meine anfängliche Empörung über die vermeintliche "Zensur" ist absoluter Ernüchterung gewichen. Ich schlage vor, den Seppdepp selbst zum ewigen Preisträger des Seppdepp zu ernennen. Das wäre wenigstens ehrlich, Herr Dr. Nix.

03.08.02 / D. Nix an N.F.
Ich sehe, sie haben ebenfalls keinerlei Argumente in der Sache selbst. Nach diesem Muster kann ich nun sagen, daß Sie nichts weiter zu bieten haben als stänkernde Gesinnungsschnüffelei, die sie in eine Reihe stellt mit den Praktiken im Sowjet- und Naziregime. Für ihre Pauschalurteile können Sie keinerlei Begründungen liefern und diese scheinen Sie auch nicht einmal zu interessieren.

03.08.02 / N.F. an D. Nix
Sie verstehen Nix und das merkt man auch. Die Entstellungen und Lügen, die Sie auf Ihren Seiten angesammelt haben, durch "Argumente" zu entkräften, würde mehr Zeit in Anspruch nehmen als ich erübrigen kann. Wären Sie doch Sykophant bei Herrn Prof. Dr. Rathofer geblieben.... Nix für ungut.

03.08.02 / D. Nix an N.F.
Sie können nicht zufällig zumindest eine dieser "Lügen" als exemplarisches Beispiel konkret nennen und ihre gegenteilige Ansicht belegen ? Wenn Sie keine Fakten nennen können: womit wollen Sie dann ihre Kritik stützen? Sofern weiterhin kein konkretes Sachargument geboten wird, werde ich auf diese diffamierende Dummschwätzerei nicht mehr antworten.

03.08.02 / N.F. an D. Nix
Von nix kütt nix!

05.08.02 / H.H.
An D. Nix
Gerade aus dem Urlaub zurück lese ich von der Zensur Ihrer Seiten und bin damit nicht einverstanden. Gerade Ihre Internet-Seiten hatten auch auf Seiten meiner Schüler/innen grosses Interesse gefunden und boten sehr viel Informationen und auch mir Anregungen über das Thema Hexenprozesse nachzudenken und sich zu informieren. Sie haben sich immer sehr kooperativ verhalten und sich Mühe gegeben, auch "historischen Anfängern" wie mir weiterzuhelfen und per Email neü Perspektiven aufzuzeigen. Wenn jemand in Teilbereichen andere Meinungen vertritt als ich, so sehe ich trotzdem keine Berechtigung durch Zensur diese Meinungen zu unterdrücken. War das nicht auch ein Mechanismus in der Zeit der Inquisition und Hexenverfolgung?

05.08.02 / L.P. an D. Nix
Ich wundere ich, daß Sie ausgerechnet bei der Reichstagsbrandproblematik ansetzen. Die Frage der Urheberschaft ist, so eindeutig, nicht geklärt, denn es dreht sich nicht nur um die Person des Brandstifters, sondern auch um die Hintermänner. Der Sepp Depp ist aber ja, begrüßenswerterweise, angetreten, um tatsächliche Irrtümer zu berichtigen, und nicht um umstrittene Fragen vermeindlich eindeutig zu klären. Es ist schade, daß Sie sich zu sehr als allgemeines Verfolgungsopfer sehen, ich hätte mich sicher nicht gemeldet, wenn ich alles besser wüsste oder mir der Erhalt Ihrer Hexenseite nicht wichtig wäre, schließlich habe ich auch für diese votiert. Über die einzelenen Seitenbeträge bei Sepp Depp kann man sicher füglich streiten, aber ich bin überzeugt, daß es zumindest Punkte sind, die auch Sie nicht distanziert, sondern ganz deutlich positionsbezogen in der Ihnen genehmen Weise darstellen. Das ist an sich sicher berechtigt, man sollte dann nur fragen, ob es damit die "richtige" Meinung ist. Ich hoffe, damit einige Punkte klar gestellt zu haben und würde weiterhin den Erhalt der Hexenseite unbedingt befürworten.

05.08.02 / D. Nix an L.P.
Reichstagsbrand
sehe ich als exemplarisches Beispiel für histgr. Urteile. Wir haben hier Fakten und Vermutungen. Laut den Fakten gibt es nur einen Einzeltäter. Was man über ihn und die Tat weiß, erfordert nicht notwendig Hintermänner. Die W-Republik war insgesamt eine ziemlich gewalttätige Veranstaltungen und Anschläge häufig (Erzberger, Rathenau). Zwar ist Geschichtsforschung immer ein Etappenweg, der selten endgültige Urteil hat. Aber wie in der Justiz sollten diese auf Fakten gründen. Ich sehe den Sinn von Vermutungen nur darin, zu Fragestellungen zu führen, die letztlich wieder Untersuchungen auf Tatsachen anregen. Zum Thema Reichstagsbrand - und das ist mein Anliegen - sehe ich derzeit, wie sich die Vermutungen weit von den Fakten gelöst haben und zu keinen neuen Untersuchungen führen (wollen?). Finde ich dann noch, daß man über die Fakten erst gar nicht mehr spricht (kennen Sie Bücher?), dann entsteht ein unangenehmer Eindruck.
Verfolgungsopfer
Mir ist die Gefahr bewußt, allzu rasch hinter Sammelkritik Verschwörungen zu vermuten, bin allerdings recht selbstbewußt. Die Diskussion um die gelöschten Seiten ist für mich im Tagesablauf eine kaum relevante Randerscheinung. Soweit der Eindruck entsteht, ich fühle mich als Verfolgungsopfer, resultiert dies sicher daraus, daß ich diesen Fall überzeichnend benutze. Ich will darauf aufmerksam machen, daß
- es Gefahren für Meinungsfreiheit jetzt und hier konkret gibt;
- es schon Mitverantwortung ist, wenn man angeblich nur reagierend übermächtig erscheinenden Zwängen gehorcht.
Immerhin hat die Uni K. über rund drei Jahre nichts an den gleichen Inhalten auszusetzen gehabt, bis ein Herr Friedman, dessen Verwandter es gewöhnt ist, öffentliche Proskriptionen auszuschreiben, dies zum Thema machte.
Parteilichkeit im Sepp-Depp
Ja, die gibt es in der Tat. Auch aus Ökonomiegründen ist ein Artikel jeweils keine erschöpfende Abhandlung eines Zusammenhangs sondern nennt gezielt nur, was gegen eine bestimmte Lesart spricht. Das Kritisierte verfährt ebenso. Ich nutze diese Artikel auch zur Entfaltung rhetorischer Wirkungen, während andere Webseiten von mir eher trockene Sprache sind, so wie hier.
Richtige Haltung
Damit ist viel gesagt: es gibt Richtig und Falsch / und es gibt Leute, die festlegen wollen, was das ist. Mit dem ersten Teil bin ich entgegen Popper und Habermas einverstanden, der zweite Teil ist gefährlich offen für Mißbrauch. Mir widerstrebt dieser Ansatz grundsätzlich. Er stammt aus Ansprüchen an Geschichtsforschung mit dem Ziel, diese in den Dienst zu stellen von politischen Zielen. Nach meiner Ausbildung und eigenem Verständnis ist diese wiss. Branche aber Teil der "artes liberales", also der freien Künste, deren Kompetenz nur dann vollendet sein kann, wenn sie sich frei hält von Zweck- und Nutzenbindung. Schon aus praktischen Gründen, da Ansprüche auf polit. Nützlichkeit immer sofort zu Hinweisen führen: "darüber spricht man nicht / das erwähnt man nicht ..." oder, wie es in D. als Randnotiz zu einer Diss zu finden war aus Professorenhand: "Der Nationalsozialismus ist nicht zu untersuchen sondern zu kritisieren". Das schrieb jemand, der für Untersuchungen bezahlt wird. Der allerdings klug genug ist, zu erkennen, was man wirklich von ihm erwartet. Genau dieses Konzept hat uns nach meiner Überzeugung hingeführt zu Zuständen wie heute, wo die Inkompetenz professionalisiert worden ist und wo die Zahl der Tabus wohl größer sein dürfte als im Mittelalter.

07.08.02 / K.G.
Herzlichen Dank an die dreissig Teilnehmer/innen, die bisher ihre Meinung zum Ausdruck gebracht und ggf. öffentliche Kommentare hinterlassen haben. Auch wenn wir über 230 Mitglieder haben, bin ich mit der Beteiligung nicht unzufrieden. Diejenigen, die noch nicht abgestimmt haben, können dies noch heute DIENSTAG nachholen.

08.08.02 / K.G.
Wie angekündigt habe ich die Umfrage wieder aus dem Netz entfernt. Danke allen, die abgestimmt haben! Das Meinungsbild ist doch recht eindeutig, ganz überwiegend wird die Löschung kritisch gesehen. Nur 14 Prozent rechtfertigten die Löschung.
Wie beurteilen Sie die Löschung des Hexenjagd-Angebots von D. Nix?
War gerechtfertigt und angemessen (5) 14%
Die Entfernung war problematisch (7) 19%
Sie war überzogen und unangemessen (20) 54%
Ich bin unschlüssig (5) 14%
Total Votes: 37
Comments
08/03/02 3:53:04 AM MST: Die Hexenseiten waren in keinster Weise zu beanstanden, Nix' sonstige Netzangebote weisen ihn als rechtsextremen Wirrkopf aus. Vermutlich die Hexenseiten nur wegen mangelnder Einzel-Prüfung seiner diversen Beiträge gelöscht worden. Um die Seiten mag das schade sein, mit Zensur hat das aber m.E. nichts zu tun. Wenn Nix seinen ideologischen Stuss einer Zeitung anbieten würde, und der Herrausgeber dann auch an anderen seriösen Beiträgen kein Interesse mehr hätte, wäre das ja auch legitim.
08/02/02 2:31:35 PM MST: Nicht gerechtfertigt, weil der Betroffene nicht gehört wurde. K.M. (Name vollständig angegeben)
08/02/02 9:22:25 AM MST: War ein Angriff auf die Meinungsfreiheit
08/02/02 4:42:36 AM MST: Die verquickung der unterschiedlichen Themen auf einer site ist problematisch. Dennoch ist für mich die zensur in der ausgeübten form nicht akzeptabel.
08/02/02 0:27:44 AM MST: Die Löschung ist durch nichts zu rechtfertigen. W.K. (Name vollständig angegeben)

09.08.02 / D. Nix
Nun einmal anders herum meine Kommentare zu denen der Abstimmung:
1) "rechtsextremistischer Wirrkopf"
Wer das behauptet, der widerlege doch mal meine Argumente auf den monierten Seiten. Wer das nicht kann, überlege als linksextremistischer Wirrkopf besser, was er sagt.
2) "Mit Zensur hat das nichts zu tun"
Aha: womit dann? Mit Erdbeer-Eis?
3) "Ideologischer Stuss"
Wer nichts als Pauschalurteile zu bieten hat und kein Argument in der Sache, wird mit "Ideologe" wohl zutreffender beschrieben als das, was er hier (anonym) kritisiert. Anonyme Erbärmlichkeit ist derzeit wohl eine nach unten offene Grösse, deren Grenze täglich neu ausgetestet wird.
4) Vergleich der Zensur mit einer Ablehnung von Zeitungen
Nicht verwunderlich, daß dieser Kritiker schon nicht mehr unterscheiden kann zwischen dem Nichtwahrnehmen eines Angebots und der ungerechtfertigten Löschung eines zuletzt drei Jahre alten längst publizierten Angebots. Logik ist nicht eines jeden Sache ...
5) "Verquickung der unterschiedlichen Themen auf einer Site"
Auf meinen Hexenseiten wurde nichts verquickt mit anderen Themen. Dies könnte man auch jetzt noch leicht nachprüfen, wenn man meine Seiten schon nicht kennt und dazu urteilt. Es gab keinen direkten Verweis von irgendeiner der Seiten zum Hexenthema zu anderen meiner Themen. Zu diesen kam man nur über das Impressum/Autor, dort eine Liste mit meinen anderen Themen im Netz. Tatsachen-Unkenntnis und -verdrehung hat hierzulande Methode, scheint´s ...

15.08.02 / J.B.
Leider war ich einige Zeit verreist und kam erst jetzt dazu, diesen interessanten thread zu lesen. Obwohl schon 14 Tage zurückliegend greife ich ihn dennoch auf, weil mir sehr daran gelegen ist, das Selbstverständnis von Historikern zu ergründen. Als Metadiskussion könnte das gerade in einer Mailingliste zur Erforschung der historischen Hexenverfolgungen höchst on-topic sein. Die unzulässige Zensur ist ein anderes Thema, daß ja aber auch nur eher gemäßigte Aufregung hier erzeugen konnte.
Es schrieb
K.G. Donnerstag, 1. August 2002 22:53
Bei aller Anstössigkeit und ohne daß ich dem verschwörungstheoretisch akzenturierten Trotz von Herrn Nix, der bei seiner Kritik des Political-Correctness-Wahns weit über das Ziel hinausschiesst, das Wort reden möchte: Wir haben hier in der Bundesrepublik die Meinungsfreiheit, die durch Artikel 5 GG abgesichert wird. Diese wird durch andere Gesetze wirksam eingeschränkt, aber hat Herr Nix tatsächlich in irgendeiner Hinsicht gegen Gesetze verstossen, als er missliebige und für die meisten von uns anstössige Ansichten äusserte? Ich möchte bezweifeln, daß dies der Fall ist.

Klar, Herr Nix liebt die etwas überpointierte Sprache. Ist das unwissenschaftlich? Ist Contenance zu bewahren wissenschaftlicher? Ich bin irritiert, daß in einer Liste von überwiegend Historikern über mögliche Rechtsverstösse und anstössige Ansichten nachgedacht wird, bis jetzt aber niemand Stellung genommen hat bezüglich der zu den inkriminierten Texten angegebenen Qüllen und daraus gezogenen Fakten. Sind die gewählten Qüllen aus den vorhandenen Qüllen tendenziös ausgewählt oder gar falsch? Welche Fakten stimmen nicht? Alles weitere sind Meinungen und offenbar nicht Deinungen oder Unserungen.
Es schrieb
T.L. Donnerstag, 1. August 2002 22:11
fand ich dann aber andere Beiträge, die den Vorwurf des Rechtsextremismus leider sehr verständlich werden lassen. Gucken Sie sich doch bitte mal an auf seiner Seite das Kapitel: Geschichtsirrtümer in Medienbeiträgen ... und darin folgende Beiträge:
Zumindest ich habe die 'sepp-depp-Seiten' mit Vergnügen gelesen. Und von mir weiß ich sicher, daß ich nichts weniger als ein rechter Nationalist bin - wenn schon im Parteienspektrum zu verorten ein linker, grüner Internationalist. Was ich da las, passte auch zu meinen persönlichen Erinnerungen (Jhg. 1935). Sicher, manches sehr zugespitzt formuliert, aber rechts, gar rechtsextrem, bewahre. Wirklich nichts Rechtserhebliches im Sinne der Gesetze und der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Nur gegen den Mainstream. Fällt mir zu mainstream der alte APO-Schnack ein 'die herrschenden Regeln sind immer die Regeln der Herrschenden'. Wer da den Kopf rausstreckt, kriegt was auf denselben - war schon immer so. Aber das auch von Historikern, die doch den Anspruch an sich haben könnten, eine Quelle auch gegen den Strich lesen zu sollen?
Auch seine Filmkritik zu Spielberg: "Soldat Ryan" geht sehr auf diese rechten Argumentationsmuster der Verharmlosung ein.
Wirklich? Hat jemand von den hier Mitlesenden amerikanische oder britische Filme nach einem andern Strickmuster schon mal gesehen? Die entsetzten Briefe meiner Tochter während eines Schuljahres in Kanada kommen mir in die Erinnerung. Und diese Filmkritik: Ich habe eine verletzte Seele ächzen hören. Da werden mir erstmal Achtsamkeit und Mitgefühl wach. Ich empfehle allen Kritikern dieser Filmkritik, in einer einfühlsam angeleiteten Familienaufstellung ihre Väter und Großväter dazu zu befragen. "Wir" (!) Deutschen haben ein riesiges Maß an unaufgearbeitetem Erleben als Täter und als Opfer, und daß könnte sich noch über die dritte Generation hinaus auswirken. Ohne solche psychische Aufarbeitung kann nicht urteilslos betrachtet und benannt werden.
Es schrieb
L.P. Freitag, 2. August 2002 09:56
Ich muß zugeben, die auf den Seiten zum 2. Weltkrieg vertretenen Ansichten überhaupt nicht teilen zu können, ich habe mich auch wissenschaftlich mit dem 2. WK beschäftigt und stelle hier eine deutliche und verharmlosende Darstellung bei diesen Beiträgen, aber auch beim Beitrag zum Reichstagsbrand fest. Ich kann diese Inhalte keinesfalls unterstützen.
Wenigstens Einer in diesem thread, der andeutet, er wisse wovon in den inkriminierten Texten die Rede sei. Aber leider nicht mehr. Herr Nix hat sich zu den Inhalten meiner 3 Zitate bereits geäußert und dem habe ich nichts hinzuzufügen. Doch gerade beim Lesen dieser Nix-Kommentare ist mir das Bedürfnis nach einer Metakommunikation anläßlich diesen threads besonders dringend aufgestiegen.

19.08.02 / R.F.
Ich habe, aus dem Urlaub zurückgekehrt, die Beiträge der Diskussion über die Internet-Auftritte des Dietmar Nix gelesen. Eine Kritik am "Sepp-Depp" und anderen "Informationsangeboten" von ihm ist meines Erachtens schon lange überfällig.
Hier von mir ein paar Bemerkungen dazu: Ich möchte betonen, daß ich die Web-Seiten von Herrn Nix für alles andere als pädagogisch wertvoll halte, aus zwei Gründen:
1. Als relativ harmlos bzw. hinnehmbar mag es noch erscheinen, daß sich D. Nix recht prätentiös als historischer Aufklärer inszeniert, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine fehlinformierte Öffentlichkeit mit den Segnungen "handfester" Forschungsergebnisse zu beglücken. Die Grenzen dieses mit großer Selbstsicherheit bekundeten Unterfangens tun sich bei genauerer Betrachtung allerdings recht schnell auf. Nur einige wenige Beispiele sollen hier mit Blick auf die Beiträge über die Hexenprozesse angeführt werden: Da wird zum einen auf einer der "Sepp-Depp"-Seiten (Nr. 9), auf der Nix in großspuriger Manier über die Fehler anderer herzieht, die Stadt Recklinghausen zum Erscheinungsort einer Hexenhammer-Ausgabe von 1520 gemacht ("eine der vielen Ausgaben des Malleus: Recklinghausen 1520"), obwohl auch einem ungeübten Betrachter des präsentierten Titelblattes auffallen muß, daß der Name der Stadt dort lediglich in einem Besitzvermerk erwähnt wird.
Der Web-Seiten-Autor scheint sich der Bedeutung quellenkritischer Genauigkeit nicht bewußt zu sein. Völlig indiskutabel ist auch die auf der gleichen Seite zu findende Grafik, die die frühneuzeitlichen Justizverhältnisse darstellen soll. Was dort z.B. mit "Marckengerichtsbarkeit" gemeint sein soll (und was diese mit den Hexenprozessen und der Kriminaljustiz zu tun haben soll), ist mir (aber vielleicht ja nicht nur mir) ein großes Rätsel. Jedenfalls wird diese schematische Darstellung in keiner Weise den komplizierten, territorial und regional unterschiedlichen Rechtszuständen gerecht und zeichnet den Verfasser (ebenso im übrigen wie die Verwendung des Begriffes "Malefizjustiz" für die Hexenprozesse) nicht gerade als Kenner der Verhältnisse aus.
Nur noch ein letztes Beispiel für eine Vielzahl an Ungenauigkeiten und Fehlern: Aus einer der inzwischen aus dem Netz entfernten Seiten von Dietmar Nix ist mir z.B noch gut in Erinnerung geblieben, daß Johann Weyer an den Hof Johann Wilhelms von Jülich-Kleve verlegt worden ist. Soviel nur auf den ersten Blick und ohne ins Detail zu gehen. Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, möchte ich betonen, daß ich mir darüber im Klaren bin, daß wir alle nicht frei von Fehlern sind. Angesichts eines vollmundig propagierten Kampfes gegen das "Deppentum", dem Dietmar Nix sich verschrieben hat, und seines Auftretens als Juror über geschichtliche Wahrheiten und Fälschungen haben solche Fehler jedoch eine eigene Qualität. Prinzipiell sind diese Seiten nur in einer spezifischen Art und Weise für Studenten lehrreich: Daß man überaus vorsichtig mit Informationen sämtlicher Art umzugehen hat - und daß dies natürlich auch für die selbsternannten seriösen Angebote gilt.
2. Noch bedeutender erscheint mir aber, daß die "Aufklärungskampagnen" des Dietmar Nix von der Vorstellung beseelt sind, die Öffentlichkeit sei von linken Meinungsmachern dominiert und korrumpiert, die verhinderten, daß die Bevölkerung zum Licht der Erkenntnis gelange. In der Gesamtschau wird deutlich, daß sein Internet-Patchwork eindeutig politisch tendenziös und keineswegs rein wissenschaftlich ist. Es geht ihm im wesentlichen um die Ausrottung linker Geschichtslegenden.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf der deutschen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nix betrachtet die Hexenforschung offenbar als günstiges Standbein, da sie sich häufig mit Fehldeutungen in links-alternativen Milieus, die sich trotz und entgegen vieler neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse hartnäckig erhalten haben, auseinanderzusetzen hat. Um so plausibler läßt sich für ihn der Kampf gegen jene "Deppen" rechtfertigen, die es sich in seinen Augen zur Aufgabe gemacht haben, die deutsche Nation, ihre Zivilbevölkerung, ihre Wehrmacht etc. mit historischen "Unwahrheiten" zu diffamieren (zur angeblichen "Diffamierung einer ganzen Nation" siehe Nr. 38).
Es ist haarsträubend, wie Nix dabei z.B. Hinrichtungen von Zivilpersonen in der Sowjetunion im 2. Weltkrieg seitens der Wehrmacht rechtfertigt. Einige Kostproben: "Durch den völkerrechtswidrigen Partisanenkrieg der Sowjets entwickelte sich eine Brutalisierung der Kriegführung."
Und: "Die Grenzen zwischen Kriegführenden und Zivilisten verschwammen. Letztere wurden auch dann Opfer von Vergeltungsmaßnahmen, wenn sie nicht an Partisanen-Aktionen beteiligt waren. Eine genaue Täter-Ermittlung gegen Partisanen im Krieg war selbst nach dem Haager Völkerrecht weder gefordert noch praktikabel" (siehe wiederum Sepp-Depp Nr. 38). Mit solchen Deutungen und Erklärungen arbeitet Nix der rechtsradikalen Szene zu, die sich in der Tat auf einschlägigen Web-Seiten auf ihn als promovierten Historiker und damit wissenschaftliche Autorität beruft. Die Kritik von einigen Mitgliedern der Mailingliste, u.a. Herrn T.L., sehe ich also keineswegs als unberechtigt an.
Fazit: Ich kenne die Hintergründe nicht, die in K. zur Verhinderung der Web-Publikationen von Dietmar Nix geführt haben. Ich halte die Web-Angebote jedenfalls für in der Sache vielfach oberflächlich und unrichtig; darüber hinaus sind sie in erster Linie dem Zweck der politischen Auseinandersetzung unterworfen. Und: Die Hexenforschung wird hier eingebunden in einen Kontext, der ihr nicht gerecht wird und vielen Forschern nicht recht sein kann.

20.08.02 / D. Nix
Zum Kommentar R.F.:
1. Der Kritiker findet meine Beiträge pädagogisch nicht wertvoll.
Ich bin zwar hochbestürzt, doch um pädagogische Werte geht es hier nicht, sondern um die Frage der Legitimität von Meinung und Publikation. Wer alles unter dem Aspekt der Nützlichkeit einer Information sehen will, steht der Definition von Wissenschaft grundsätzlich entgegen und wechsle doch besser in eine Zeitung, wo die Nützlichkeit sich wenigstens in Zahlen ausdrücken läßt.
2. Hexenhammer von Recklinghausen 1520.
Dies als angebliches Beispiel für mangelnde quellenkritische Genauigkeit. Als solche war diese Ausgabe in Literatur jedoch ausgewiesen. Welche Quellengenauigkeit kann der Kritiker vorweisen, daß diese Ausgabe NICHT dort erschienen ist? Kann er sich auf mehr als wiederum Literatur berufen? Besitzvermerk und Erscheinungsort schließen sich nicht aus. Zudem war dieser Aspekt kein Bestandteil der Argumentation des Artikels. Die dort abgebildete Ausgabe kann meinethalben auch in Buxtehude erschienen sein, an der von mir dort formulierten Kritik an fehlerhafter Deutung der Hexenprozesse ändert dies nichts.
Justiz3. Justizverhältnisse in der Grafik im gleichen Artikel, speziell "Marckengerichtsbarkeit".
Zwar gibt es Markenartikel aber es gab wohl keine Marckengerichtsbarkeit als historischen Begriff. Der Kritiker will einerseits bei mir Ungenauigkeit nachweisen, kann selbst aber nicht mal lesen. Gute Beiträge über die Marckgerichtsbarkeit kann er in relevanter Zahl im Literaturnachweis meiner Dissertation finden.
4. Das "große Rätsel" der Marckgerichtsbarkeit in den Hexenprozessen.
Falls der Kritiker lesen könnte, hätte er sicher gefunden, daß laut meinen Angaben diese Grafik die Grobstruktur damaliger Justiz-Instanzen zeigt. Das heißt also nicht, daß sie NUR solche Instanzen zeigt, die mit Hexenprozessen befaßt werden konnten.
5. Die genannte Grobstruktur damaliger Justiz werde den "komplizierten, territorial und regional unterschiedlichen Rechtszuständen" nicht gerecht.
Na und? Braucht sie ja auch nicht ! Was will der Kritiker auf die Frage von uninformierten Interesssenten antworten, die nur wissen wollen, wie man sich damalige Justiz-Instanzen vorstellen soll? Ich denke, daß meine Grafik dazu mehr erste Orientierung verschafft, als seine Feststellung, daß alles nur kompliziert ist. Daß die Angabe der Grobstruktur falsch sei, trägt bis jetzt nicht einmal dieser Confusius vor.
6. Der Kritiker kann entlarven, daß von mir irrigerweise Weyer an den Hof von Jülich-Kleve verlegt worden sei.
Ich zitiere den Teilnehmer unseres Forums Eric Midelfort: "Nach seiner Lehrzeit bei Agrippa von Nettesheim studierte Weyer Medizin in Paris und Orleans. Als er etwa 30 Jahre alt war, wurde er Stadtarzt zu Arnheim, mit 35 Jahren zum Leibarzt von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve berufen." (Lehmann, Hartmut: Vom Unfug des Hexen-Processes: Gegner der Hexenverfolgung von Johann Weyer bis Friedrich Spee. Wiesbaden, 1992, S. 54.) Aber wer weiß? Vielleicht ist ja auch Midelfort ein "Rechtsextremist", der mit seinen Angaben das arme Publikum irreführen will??
7. Zitat Kritiker: "Soviel nur auf den ersten Blick und ohne ins Detail zu gehen."
Wahrlich, was bis jetzt an "Detail" geboten wurde, genügt wirklich, um zu verstehen, was der Kritiker von dieser Materie versteht.
8. Zitat Kritiker: "Juror über geschichtliche Wahrheiten und Fälschungen"
Wahrheit ist in der Historiographie ein Näherungsprozeß und viele Ergebnisse sind vorläufig, vorbehaltlich neür Erkenntnisse. Es muß nicht notwendig "die Wahrheit" bekannt sein, um zeigen zu können, daß landläufige Geschichten über Geschichte mit dem vorhandenen Kenntnisstand nicht in Einklang stehen und dies bekannt sein könnte. Spezialforschungen in Eingeweihtenkreisen und neueste Erkenntnisse versuche ich als Gegenbeleg zu landläufigen Irrtümern aus den Prämierungen möglichst herauszuhalten. Oft dienen ja schon gute Schulbücher zu diesem Zweck.
9. Der Kritiker meint zu wissen, es gehe mir um die "Ausrottung linker Geschichtslegenden".
Es steht dem Kritiker frei, mir eine "rechte Geschichtslegende" mit Gegenbelegen zu nennen, dann werde ich sie gerne in die Prämierung aufnehmen. Der Bormann-Artikel bezieht sich übrigens auf die "rechte" Märchenkiste und ich hätte gerne mehr davon, schon aus Gründen der Parität. Da solche Stimmen jedoch nicht mehr zu Wort kommen, ist es schwierig, von dort noch Irrtümer aufzustöbern.
10. Kritiker: "Es ist haarsträubend, wie Nix dabei z.B. Hinrichtungen von Zivilpersonen in der Sowjetunion im 2. Weltkrieg seitens der Wehrmacht rechtfertigt."
Also mir sträuben sich die Haare nicht, ich habe eine Glatze. Und nachdem ich sein Geschwafel an dieser Stelle zuende gelesen habe, sehe ich immer noch nicht, wo er einen objektiven Einwand gegen meine Darlegung geboten haben könnte. Er meint, diesen Einwand darin zu finden, daß sich wegen dieser Darlegungen "eine rechte Szene" bestätigt fühle, die sich auf mich berufe. Ich sehe, daß der Kritiker in dieser Szene gut zuhause sein muß, denn ich kenne diese nicht und auch nicht die entsprechenden Berufungen auf mich. Und wenn es denn so wäre und der Kritiker nicht auch dies frei erfunden hat, so würde das immer noch nicht aus einer Tatsache ein Märchen und aus einem Märchen eine Tatsache machen.
Hm, wie zu erwarten: wieder mal zweite Garnitur, die sich in gutachterliche Gewänder hüllen möchte. Vielleicht meldet sich mal einer von denen, die solche zweitklassigen Strohmänner mit bestellten Kritiken vorschicken.

20.08.02 / S.K. zum Kommentar R.F.
Ich hätte nicht gedacht, daß man solche interessante Foren mit wirren politischem Geschafel von linken und rechten Budenzauber belasten muß, davon habe ich in Deutschland eh schon genug. Geht Ihnen als Wissenschaftler der Stoff aus, daß über Sinn und Unsinn von Meuchelmördern und Verbrechern, welches die SU-Partisanen immer waren und übrigens auch darum international bis zum heutigen Tage geächtet werden, im Sinne der stalinistischen Tradition debattiert werden muß? Die Hetze gegen rechte Kräfte, wer auch immer das sein mag, erinnert übrigens sehr an die Hysterie der Massen bei den Hexenprozessen, welche durch Gesetze und Obrigkeiten sanktioniert wurde. Schade, daß kluge Leute, welche aus der Geschichte eigentlich lernen könnten, weil sie diese kennen sollten, durch die Wärme der Wohlstandsnachkriegszeit verblödet sind.

20.08.02 / G.G.
Auf die aktuelle Diskussion über Dietmar Nix´Hexenseiten und den "Zensurvorgang" möchte ich hier nicht weiter eingehen (meine eigene Einschätzung der "Sepp-Depps" deckt sich zwar in grossen Teilen mit den Kommentaren von T.L. und R.F, doch gut, der wissenschaftliche Diskurs ist pluralistisch), wohl aber auf den Ton und Diskussionsstil, der sich - wie im letzten Mail von Herrn Nix - allmählich einzuschleichen beginnt.
Formulierungen wie:
Hm, wie zu erwarten: wieder mal zweite Garnitur, die sich in gutachterliche Gewänder hüllen möchte. Vielleicht meldet sich mal einer von denen, die solche zweitklassigen Strohmänner mit bestellten Kritiken vorschicken.
finde ich ob ihres diffamierenden und polemischen Charakters ärgerlich und unerträglich, angefangen bei der "zweiten Garnitur" bis hin zur Unterstellung, als bestellter "Strohmann" zu agieren (für wen?? R.F. dürfte alt genug sein, seine eigene Meinung vertreten zu können).
Die Mailingliste hat sich - nicht zuletzt dank der unermüdlichen Arbeit von K.G. - zu einem wichtigen Informationsinstrument für die Hexenforschung entwickelt. Dies sollte sie auch bleiben, statt zum Austragungsort persönlicher Auseinandersetzungen und gekränkter Eitelkeiten zu werden! Ich zumindest habe viel zu wenig Zeit und noch weniger Lust, mich von solchen Chosen bombardieren zu lassen ...

21.08.02 / D. Nix zum Kommentar G.G.
Der Stil sei mal zu vernachlässigen, muß dann aber zugleich kritisiert werden
-- natürlich nur in eine Richtung.
Harter Stil sei inadäquat
-- natürlich nur bei dem, der sich damit auf gleicher Ebene wehrt, ganz sicher nicht bei denen, die damit anfangen.
In der Tat themenfern tendierende Diskussionsstränge seien ärgerlich
-- natürlich nicht im Falle derjenigen, die sie einführen sondern nur, wenn man sich dagegen verwahrt.
Alles hochinteressant ...
Ich hatte damit gerechnet, daß jemand auf meine Polemik reagiert, den die Strohmann-These aufregt. Es war zu vermuten, daß damit zugleich ein Hinweis darauf gegeben wird, wo Impulsgeber bestellter Kritiken zu verorten sein könnten ...

21.08.02 / K.G.
Die debatte in der causa nix hat so an schärfe zugenommen, daß mich auch persönliche mails mit der bitte um ein eingreifen erreicht haben. bei zuwiderhandlungen gegenüber meiner entscheidung, vorerst keine weiteren beiträge zuzulassen, verfüge ich nicht nur über das mittel des listenausschlusses (als ultima ratio), ich kann auch teilnehmerInnen daran hindern, an die liste zu schreiben. Jedes beiratsmitglied bitte ich bei persönlich gefärbten beiträgen zu berücksichtigen, daß dieser beirat - zumindest in der theorie - ein team bilden sollte, das der gemeinsamen sache, der förderung der liste und ihrer diskussionskultur, verpflichtet ist. dies schliesst es meines erachtens aus, daß innerhalb des beirats persönliche zerwürfnisse bestehen, die ein gedeihliches zusammenarbeiten nicht mehr ermöglichen. ich wäre ausserordentlich dankbar, wenn wir auch hier zur tagesordnung übergehen könnten und uns schlicht und einfach ALLE abregen könnten. dies bedeutet nicht, daß ich entgleisungen, die vorgekommen sind, billige. wir sollten nun nach vorne schauen und uns sachlicheren themen zuwenden.

21.08.02 / D. Nix - Ende der Diskussion
Die Theorie klingt gut, man lasse die Praxis folgen. Hoffentlich nicht nach moderner Logik, die darin besteht, Position A weiter Anwürfe produzieren zu lassen und der angegriffenen Position B zu sagen: DU hörst jetzt aber endlich mal auf ... Das Thema "Causa Nix" ist von Anfang an schon eine zurücksetzende Wertung. Die Causa kann hier nur "Zensur" heißen. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, daß mir diese Parteilichkeit entgangen ist, oder daß mich dies freundlich stimmt. Es ist pharisäisch, einen persönlichen Angriff als Thema vorzugeben und sich dann zu beklagen, wie persönlich die Diskussion geworden ist.

Wer weiter Lust hat, sich mit mir anzulegen, der kann das gerne haben, sollte sich vorher aber warm anziehen.

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