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Sepp DeppPrämie für Falschangaben zur Geschichte
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Walhalla

Geschichtsprämie Sepp Depp: Statistische Auswertung bisheriger Nominierungen
Über fünfhundert Tore haben die goldenen Hallen der neuen Welt, wo Odin jene Tapfersten an seiner Tafel willkommen heißt, die nach wogendem Hader das Feld der Ehre verlassen haben, und dem Hornruf der Walstatt gefolgt sind.
Diese Prämierung würdigt ebenfalls bemerkenswerte Leistungen, weshalb sie dem Großmut Odins nicht nachstehen will. Sepp Depps Walhalla wirft einen Blick darauf, wozu nur unsere Großen fähig sind.

xGrundfragen:
Das Aufkommen von Nominierungen steht zunächst in Zusammenhang mit der Qualität von Mediensorten. So wird man in der Tagespresse oder in künstlerischen Beiträgen grundsätzlich weniger Faktentreue gegenüber der Geschichte erwarten als in Fachbüchern oder -zeitschriften. Führt dies auch dazu, daß Publikum irreführende Angaben aus diesen Medienquellen weniger ernst nimmt?

Mediensparten:
Die Auswertung der ersten 50 Nominierungen ergab eine Verteilung der Medienarten wie in der nebenstehenden Grafik. Deutlich ist die Schwerpunktlage bei Büchern aller Art und audiovisuellen Medien (TV, Hörfunk, usw.). Es scheint, als ob diese Verteilung grundsätzlich den Gewohnheiten des Konsums entspricht und der Häufigkeit täglichen Medienkontakts. Da sicherlich im Durchschnitt der Gesellschaft weniger Stunden Bücher gelesen werden, als TV-Sendungen gesehen werden, muß verwundern, daß dennoch mehr Buch-Inhalte mit Falschinformationen auffallen.

Aufmerksamkeit:
Sowohl AV-Medien wie Buchdrucke haben ein breites Themen- und Qualitätsspektrum. Printmedien überlassen das Aufnahme-Tempo den Lesern und stehen so für mehr Gründlichkeit der Informationsvermittlung. Doch AV-Medien können mehr Sinneseindrücke ansprechen, was den möglichen Umfang der Informationsarten erhöht. Wie seriös die vermittelten Informationen sind, wird damit nicht berührt. Die oben gezeigte Fundverteilung scheint jedoch Auskunft darüber zu geben, in welchen Bereichen des Medienkonsums die Aufmerksamkeit des Publikums höher ist. Möglicherweise liegt dabei auch ein Zusammenhang mit dem Bildungsniveau typischer Rezipienten innerhalb der verschiedenen Mediensparten. AV-Beiträge adressieren mit ihrer geringeren Detailtiefe zu einem Gegenstand eher niedrigeres Bildungsniveau, bzw. flüchtigeren Konsum. Sicherlich trennen sich von hier die Wirkungen irreführender Medienprodukte. Da die Funde bei Medien häufigsten Konsums nicht ebenfalls die größte Menge haben, ist daraus zu schließen, daß die meisten Irreführungen am wenigsten bemerkt werden.

Protagonisten:
Statistisch weniger eindeutig erfaßbar wäre das Vertiefen der Urheber aus der Mediensorte heraus zu Interessen oder entsprechenden Gruppen von Produzenten. Viele Anforderungen an eine objektive Systematik könnten mangels weitflächigem Einblick in die Netzwerke des Medienbetriebs nicht erfüllt werden.
Daß Institutionen im Dienst einer vordefinierten Lehre wie dt. Staatszentralen "für politische Bildung" schon ihrem Selbstverständnis nach keine freien Informationen über Geschichte vermitteln, bedarf keiner weiteren Untersuchung auf Produzentenseite. Unübersehbar ist ebenfalls, wenn sich einzelne Journalisten selbst in den Vordergrund drängen mit einer tendenziösen Botschaft, die gegebenenfalls auch zugleich als Mittel der Selbstinszenierung dienen soll.

Denkwunder:
Bemerkenswert ist dann, daß solche Personen - sogar zutreffend - annehmen, eine bestimmte verzerrte Sicht auf Geschichte könne ihren eigenen Zwecken nützlich sein. Die von ihnen erwartete "Belohnung" könnte doch nur von einflußreicheren Institutionen geboten werden. Zieht man von dieser Einsicht wieder die Linie zurück zum vorgenannten Fall inhaltlich tendenziöser Staatszentralen, drängt sich der Eindruck auf, daß hier ein bestimmter Zeitgeist die Leitstellen der ganzen Öffentlichkeit dominiert. Daß in einem solchen Zusammenhang Produzenten und Rezipienten im Irrtum zusammenwachsen ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Jeder Produzent war zunächst einmal Konsument. Erstaunlich an dieser Beobachtung ist allenfalls noch, daß es überhaupt noch so viele Zeitgenossen gibt, denen Falschinformationen in Medienprodukten auffallen.

Veröffentlichung der Auswertung: Juni 2007
 
13.03.2018-00 Impressum 1,52
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System: PUBLIU
Sepp Depp: Prämie für Falschangaben zur Geschichte: Redaktionell ausgewählte Webseite auf onlinestreet.de
Sepp Depp: Prämie für Falschangaben zur Geschichte: Redaktionell ausgewählte Webseite auf wogibtes.info

 

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